Der Young Actors Award wurde 2024 erstmal vergeben und zeichnet eine herausragende schauspielerische Leistung eines/einer aufstrebenden Darstellers/Darstellerin aus. Der Preis schreibt damit die reiche Tradition des IFFMH, den Filmnachwuchs zu fördern, mit einem zukunftsgerichteten Fokus fort. Der Award ist mit 10.000 Euro dotiert und wird, die Retrospektive ausgenommen, über sämtliche Sektionen des Festivals hinweg vergeben. Von drei nominierten jungen Schauspieler*innen, die auf dem Festival zu sehen sein werden, zeichnet die Internationale Jury die aus ihrer Sicht herausragende Leistung aus. Preisstifter ist das Heidelberger Beratungsunternehmen cbs.
Young Actors Award
Die Nominierten 2026
Pinea Matoshi
Pinea Matoshi wurde 2012 im Kosovo geboren und lebt derzeit in Pristina. Die Rolle der Dua in Blerta Bashollis gleichnamigen Film ist ihr Schauspieldebüt. Das Schauspielen bedeutet für die Teenagerin eine Gelegenheit, verschiedene Geschichten, Gefühle und Perspektiven zu ergründen. Tatsächlich durchschreitet sie in ihrer Rolle auf eindrucksvolle Weise einen großen Bereich der menschlichen Psyche: von Trauer und Melancholie über Leichtigkeit und jugendliche Ausgelassenheit bis hin zu Wut. Sie ist verletzlich und verletzt, aber auch stark und bestimmt und verkörpert authentisch eine junge Frau von ungeheurer Resilienz, die sich trotz der Härte und Unsicherheit ihrer Lebensverhältnisse, ja trotz traumatischer Erlebnisse zu behaupten weiß. - Pinea möchte die Schauspielerei weiter verfolgen.
Sim Su-bin
Sim Su-bin stammt aus Seoul, Südkorea, wo sie 2004 geboren wurde. Ihr Schauspieldebüt gab sie in ›En Route To‹. Seitdem hat sie die Schauspielerei auf Fernsehen und Streamingformate ausgedehnt. Zuletzt hat sie auch die Hauptrolle in ›The Birds‹ gespielt. Nominiert sie jedoch für die Rolle der 17-jährigen Jin in unserem Wettbewerbsfilm ›The World Before‹ von Yoon Dan-bi. Die Zurückgenommenheit, Subtilität und Natürlichkeit, mit der sie das erste Erwachen von Leidenschaft in einer jungen Frau, ihr Schwanken zwischen Neugier, Zurückhaltung und schließlicher Entschiedenheit für den Zuschauer anschaulich macht, sind bemerkenswert. Die ersten großen Gefühle, die Jins Wahrnehmung der Welt und ihrer selbst verändern, lassen sie vor unseren Augen zu einer anderen Person werden. Eine grandiose Leistung.
Colas Quignard
Colas Quignard, Jahrgang 2002, ist in Paris aufgewachsen. Er hat zehn Jahre auf hohem Niveau getanzt. Die Rolle des Toni in unserem Centre Piece ›La Gradiva‹ wurde ihm nach zehn Castings angeboten. Für Toni wird eine Klassenfahrt zum negativen Kristallisationspunkt, da sich für ihn Enttäuschungen nach und nach so auftürmen, dass er unter ihnen zu zerbrechen scheint. Wie es dem bei den Dreharbeiten 18-jährigen Schauspieler gelingt, den widersprüchlichen Charakter des Toni darzustellen und sein Renommiergehabe, seine Oberflächlichkeit und ausgestellte Stärke auf ihre Zartheit, Schwäche und Verletztheit hin durchsichtig zu machen, ist beeindruckend. Mit zunehmender Dauer des Filmes spüren wir, wie sich eine immer größere Schwere auf ihn legt, die er in seiner Einsamkeit vor der Außenwelt verbirgt.
Preisträger*in 2025
Noah Sayenko
Noah Sayenko ist 2003 in Hamburg geboren. Inspiriert von dem russischen Darsteller Maxim Averin träumte er schon als Kind von der Schauspielerei. 2021 wurde er auf der Straße entdeckt und spielte die Hauptrolle in Lena Hetzels Kurzfilm ›Lebensschulden‹ und in Steffen Goldkamps Neo-Noir-Drama ›Regen fiel auf nichts Neues‹, für die er hier nominiert ist. Es ist seine erste Rolle in einem Langfilm. Umso eindrucksvoller ist seine schauspielerische Leistung, die das Programmteam durch die komplexe Kombination aus Traurigkeit und unterdrückter Wut, die sich jederzeit entladen zu können scheint, aus Stärke und körperlicher Bedrohlichkeit auf der einen und Verletzlichkeit und Sensibilität auf der anderen Seite begeistert hat.
Preisträger*in 2024
Laura Weissmahr
Laura Weissmahr ist eine aus Katalonien stammende, multinationale Schauspielerin, die bislang in sieben Produktionen mitgespielt hat. Darunter ›Fanatico‹ von Roger Gual und ›The Offspring‹ von Ventura Durall. Ausgezeichnet wird Laura Weissmahr für ihre Hauptrolle in ›Salve Maria‹. Sie spielt eine Mutter, die keine positiven Gefühle für ihr Baby entwickeln kann. Wie es der Schauspielerin dabei gelingt, die vielfältigen Tonalitäten des Films zwischen Horror, Thriller und komödiantischen Anteilen in ihrem Spiel umzusetzen, ist bemerkenswert. Ihr emotionaler Ausdruck wechselt von Szene zu Szene, ja mitunter von einem Moment auf den anderen und trifft stets die richtige Nuance.




