Facing New Challenges: Water

Metropolpremiere

Rechte_ Tuomas A. Laitinen

Im Heidelberger Kunstverein findet in diesem ersten Jahr unserer Kooperation eine Sammelausstellung mit dem Titel »Water« statt. „Wasser“ ist angesichts von Klimawandel und Umweltverschmutzung, aktueller und zukünftig zu erwartender Verteilungskämpfe und nicht zuletzt seiner Bedeutung für die (post-)koloniale Historie ein hochaktuelles und drängendes Thema. Und als solches beschäftigt es auch und gerade die zeitgenössische Kunst. Aber nicht nur als solches. Denn das Wasser ist mehr als bloß Gegenstand und Symbol historischer Krisen.

Zur Faszination dieses für den Menschen wohl bedeutendsten Elements gehört vielmehr auch seine Sinnlichkeit, seine fluide Schönheit, seine Erhabenheit und geheimnisvolle Unergründlichkeit. Und auch diese Seite des Wassers zeigen die gemeinsam mit dem Heidelberger Kunstverein ausgewählten Arbeiten. Diese Auswahl soll dabei einen möglichst breit gefächerten Blick auf dieses ebenso schöne und lebensstiftende wie bedrohte und – auch dadurch – bedrohliche Element erlauben. Konkret heißt das, es geht um das Wasser, das Meer, den Ozean usw. als Objekt der Wissenschaft, als Sinnbild der aktuellen ökologischen Krise, als Naturgewalt, als Gegenstand der Ausbeutung sowie als Ort verschiedenster Konflikte, aber auch um das Wasser als Transit- und Lebensraum und eben als chemische Verbindung mit besonderen ästhetischen Eigenschaften. Die Zusammenschau von Werken unterschiedlichster bedeutender zeitgenössischer Künstler*innen wird es den Besucher*innen ermöglichen, eine neue, sensibilisierte und breit informierte Perspektive auf das von unserer Ausstellung in den Blick genommene Element zu gewinnen. Susanne Winterling zum Beispiel erforscht die Beziehung zwischen Meeresökologie, Klimawandel und dem Anthropozän anhand eines ozeanischen Weitblicks. Ihre Sound-Installation Planetary Opera In Three Acts, Divided By The Currents kombiniert natürliche und synthetische, dokumentarische und imaginäre Klänge – darunter Hydrophonaufnahmen von Algen, Geräusche schlüpfender Schildkröten, Krabben, die ihre Krallen aneinander reiben und andere ökologische Wunderwerke.

In seinem visuell eindrucksvollen Film Haemocyanin beobachtet der interdisziplinär arbeitende finnische Künstler Tuomas A. Laitinen, wie ein Oktopus mit einer Glasstruktur interagiert, und denkt so über die Bewegungen des Körpers als Sprache sowie über Systeme der Anpassung nach.

Eröffnung (Vernissage):Mittwoch, 11. November 2020, 19:00 Uhr

Begrüßung: Dr. Ursula Schöndeling, Direktorin Kunstverein Heidelberg und Dr. Sascha Keilholz, Festivalleiter IFFMH

Einführung: Dr. des. Alfred Stumm, IFFMH

Dauer: 11. November 2020 bis 17. Januar 2021

Spielort: Heidelberger Kunstverein, Hauptstraße 97, 69117 Heidelberg