2001

50. Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg

08. – 17. November 2001

Direktor (Programm & Geschäftsführung)
Dr. Michael Kötz
Organisationsleitung
Ralf Herrmann
Öffentlichkeitsarbeit
Christine Schmieder
Programmkoordination
Daniela Kötz
Mannheim Meetings Koordination
Olaf Aichinger
Auswahlausschuss
Jan Heijs, Günter Minas, Petra Höhne, Dr. Michael Kötz
Mitarbeit 
Sandra Strahonja, Dr. Josef Schnelle, Klaus Gronenborn, Bernd Rohs, Evelyn Täubert, Jan Werbelow, Stefan Uhrik, Stefan Kaspar, Kamber Altintas, Rolf-Rüdiger Hamacher, Gideon Bachmann u.a.
Träger
Stadt Mannheim, Stadt Heidelberg
Oberbürgermeister Mannheim
Gerhard Widder
Oberbürgermeisterin Heidelberg
Beate Weber
Kulturbürgermeister Mannheim

Dr. Peter Kurz
Kulturbürgermeister Heidelberg
Dr. Jürgen Beß

Etat
950.000 DM

Spielorte
Kino im Stadthaus, Kino Atlantis & Kino Odeon, Cinema Quadrat Mannheim
Kino im Marstall, Gloria, Gloriette, Karlstorbahnhof Heidelberg

Buch & Essayfilm „Geschichte mit Eigensinn“ erscheinen

2001

08. – 17. November 2001

Das 50. Jubiläum des Festivals wird mit über 60.000 Besuchern und über 1000 Fachbesuchern gefeiert.
Gezeigt werden im Internationaler Wettbewerb 25 Spielfilme und 16 Kurzfilme, in der Reihe Internationale Entdeckungen 21 Filme.
Ein Symposium The Art of Distribution widmet sich neuen Distributionskonzepten für den Verleih von Arthouse-Filmen.
Im Jubiläumsprogramm Damals & Heute zum 50sten Festivalgeburtstag werden Filme von Henning Carlsen Vera Chytilová, Rainer Werner Fassbinder, Krzysztof Kieslowski, Jeanine Meerapfel, Jan Nemec, Volker Schlöndorff, Daniel Schmid, Adolf Winkelmann und Krzysztof Zanussi gezeigt, jeweils ein Film, mit dem diese Regisseure in Mannheim bekannt wurden und eine jeweils aktuelle Produktion.
In der Reihe Mannheim Meetings Results werden 6 Filme gezeigt, in der Reihe Neue Kinderfilme fünf Beiträge, in der Reihe Neue Türkische Filme vier Arbeiten.
Der Internationalen Jubiläumsjury zum 50sten Festivaljahrgang gehören an:
Vera Chytilova, Tschechien - Henning Carlsen, Dänemark – Toril Simonsen, Norwegen - Willmar Andersson, Schweden – Werner Dütsch, Deutschland - Eckart Stein, Deutschland - Peter Lilienthal, Deutschland - Ruud Monster, Niederlande

Ein Vorwort zum 50. Geburtstag

Eigentlich wird ja jeder mal 50, wenn er Glück hat. Die Zahl allein ist noch kein Grund zu feiern. Außer man ist fröhlich geblieben und möglichst auch jugendlich leichtsinnig, hat sich nicht komfortabel eingerichtet im Erreichten, findet nicht   T selbstzufrieden, das haben wir doch immer so gemacht, das hat sich doch bewährt so und so machen wir das auch weiter. `Was gut funktioniert hat, muß geändert werden, damit es noch besser funktioniert´ - das ist das Motto des Filmfestivals von Mannheim-Heidelberg, seit ich dort etwas zu sagen habe. Meine Mitarbeiter mögen mir verzeihen. Aber ich sehe es persönlich so und da ich exakt genauso alt bin wie dieses Filmfestival - ich war sogar auf den Tag genau ein Jahr alt, als das Festival zum ersten Mal stattfand - muß es ebenfalls an dieses Motto glauben. So gnadenlos autokratisch waren meine Vorgänger auch schon. Die Sache hat also Tradition. Haben wir sozusagen immer so gemacht...

 

Aber tatsächlich: Wie sollte ein Filmfestival der Newcomer, Festival der Debüts und Neuanfänge in der Filmkunst, wie sollte das auch bestehen können, wenn es e   8infach immer dasselbe bliebe? Es kann nicht dasselbe bleiben, wenn es nicht jedes Jahr auch ein anderes ist. Das „Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg“ hat sich in diesem Sinne dem Fortschritt verschrieben, dem Nachwuchs, der stetigen Erneuerung der Filmkunst, der Entdeckung junger Talente.

Leider glaubt aber der Festivaldirektor gar nicht an den Fortschritt. Er spürt eher, um es mit Ernst Bloch zu sagen, die Verluste beim Fortschreiten. Man sieht doch, dass die Jungen oft viel konservativer sind als die ehemaligen Jungen, die jetzt die Alten sind aber eigentlich inhaltlich deutlich jünger als die Jungen, die sich so altmodisch verhalten... Mit anderen Worten: es geht gar nicht um das Alter. So einfach ist die Sache eben nicht. Ein Fortschrittsglauben als Jugendkult und Automatismus - nach dem Motto `   &Das Neue ist besser, weil das Neue immer besser ist´ - ist nicht nur fragwürdig, sondern eigentlich ausgesprochen dumm. Man weigert sich zu denken. Man bleibt lieber fromm, mit einem Hang zum Fundamentalistischen übrigens. Nämlich unbedingt dem Glauben an den Fortschritt ergeben. Nicht nur in technischer Hinsicht, auch auf der persönlichen Ebene: ein neues Auto ist immer besser, im nächsten Urlaub fliegen wir noch weiter weg und Karriere muß auf jeden Fall sein. Auch wenn der Siegeszug der Mikroelektronik scheinbar noch einmal das Gegenteil bewiesen hat: eigentlich steht längst die Frage zur Debatte, was denn eigentlich ein Fortschritt ist. Egal in welchem gesellschaftlichen Bereich. Und um von der `Totale´ wieder ein bißchen mehr in die `Nahaufnahme´ zu kommen: In unserem Bereich zumindest trau   7en wir es uns: zu definieren, was Fortschritt ist im Reich des Films und der Medien. Was uns sinnlich klüger macht, das ist ein Fortschritt. Ich wiederhole: was uns sinnlich klüger macht. Nicht abstrakt intelligenter, sondern mit den Sinnen wissender, freier, weltoffener und erfahrener. Denn das gelingt dem Kino, dem Film, sogar dem Fernsehen, wenn es nur gewollt wird, ganz vortrefflich: jene wunderbare Verbindung aus Sinnlichkeit und Nachdenklichkeit, aus Atmosphäre und Reflexion. So ist Kino, wenn es fortschrittlich ist: voller Geschichten mit Wahrheiten zum Miterleben. Und wenn das Kino nicht so ist, dann ist es altmodisch und darf abtreten.

Auch wenn es noch so viele Feel-Good-Movies gibt und wenn noch so viele junge Leute da hinreinrennen - es sind Filme von gestern, aus einer Zeit, in der das Kino, der Fi  ¡lm, das Fernsehen sich dümmer gestellt haben als sie sind und die Zuschauer für dümmer verkauft wurden als sie sein möchten. Sind Sie einverstanden? Dann beschließen wir das jetzt. Und machen uns an die Umsetzung, wenigstens 1o Tage lang.

 

Geschichten mit Wahrheiten zum Miterleben. 80 Kinofilme werden wir präsentieren, rund 60 echte Uraufführungen, außergewöhnlich interessante Filme, alle mit einer persönlichen Handschrift, da sind wir ganz strikt. Und drei Programmpunkte befassen sich mit der 50jährigen Geschichte des Festivals: eine Filmreihe von zehn Regisseuren, deren jeweils neuesten Film wir zeigen und den einstigen Debütfilm, mit dem sie in Mannheim zum ersten Mal ins Rampenlicht traten.    dDer zweite Programmpunkt zur 50-jährigen Geschichte ist ein etwas ungewöhnliches Buch, „Zeitgeist mit Eigensinn“. Der dritte Punkt: ein Film über diese 50 Jahre Festivalgeschichte, aus altem Filmmaterial montiert, den wir am Jubiläumstag des Festivals zeigen. Über 1.000 internationale Gäste begrüssen wir in diesem Jahr -  und vor allem hoffentlich erneut über 60.000 Zuschauer. Eine zehntägige Alternative für diese 60.000 Zuschauer, sind wir. Das freut uns besonders. So, finde ich, feiert das „50. Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg“ sein Jubiläum am besten, - nachdenklich genug und fröhlich genug.

Ich heiße Sie Herzlich Willkommen bei diesem Jubiläumsfestival in Mannheim und Heidelberg.

Dr. Michael Koetz

Das Programm

des 50. Internationalen Filmfestivals Mannheim - Heidelberg

Internationaler Wettbewerb: Spielfilme

ASPHALT ZAHOV von Danny Verete, IL 2000

BI MIL von Ki-Hyung Park, KR 2000

EN KÆRLIGHEDSHISTORIE von Ole Christian Madsen, DK 2001

HAIJIAO TIANYA von Jo-Fei Chen, TW 2001

ICHIBAN UTSUKUSHII NATSU von John Williams, JP 2001
*FIPRESCI-Preis, Bester Spielfilm*

L'ORIGINE DU MONDE - OEDIPUS von Jérôme Enrico, FR 2001

MAGONIA von Ineke Smits, NL 2001

MONAS VERDEN von Jonas Elmer, DK 2001
*Spezialpreis in memoriam Rainer Werner Fassbinder*

NAR NETTENE BLIR LANGE von Mona J. Hoel, NO 2000

NEBO SATELITI von Lukas Nola, HR 2000
*Spezialpreis der Internationalen Jury*

PATRZ NA CIEBE, MARYSIU von Lukasz Barczyk, PL 2000
* Lobende Erwähnung der Internationalen Jury*
*Lobende Erwähnung der FIPRESCI Jury*

P.O.V. von Tómas Gislason, DK 2001
*Filmkunstpreis Mannheim-Heidelberg, Bester Spielfilm*

QUASE NADA von Sergio Rezende, BR 2000

QUELLO CHE CHERCHI von Marco Puccioni, IT 2001

RUN von Assaf Bernstein, IS/USA 2001
*Lobende Erwähnung der Internationalen Jury*

SHOOTERS von Dan Reed, UK 2001

STRASS von Vincent Lanoo, BE 2001

THELMA von Pierre-Alain Meier, CH 2001

VIRGIL BLISS von Joe Maggio, US 2001

Internationaler Wettbewerb: Dokumentarfilme

ABSOLUT WARHOLA von Stanislaw Mucha, DE 2001
*Publikumspreis*

BONANZA von Ulises Rosell, AR 2001
*Filmkunstpreis Mannheim-Heidelberg, Bester Dokumentarfilm*

DAS IST ALLES von Rainer Frimmel & Tizza Covi, AT 2001

DE ZEE DIE DENKT von Gert de Graaff, NL 2000

FIDEL von Estela Bravo, US/CU 2001

KONGOMANI von Marc Hoogsteyns, BE 2001

LIFE WITHOUT DEATH von Frank Cole, CA 2000

STAROVERCI von Jana Šev?íková, CZ 2001

Internationaler Wettbewerb: Kurzfilme

A TES AMOURS von Olivier Peyon, FR 2001

BOUND von Serhat Caradee, AU 2000

LE PAIN von Hiam Abbass, FR 2001

LUCY TSAK TSAK von Andrey Paounov, US 2001

MAR DE CEMENTO von Luis Angel Ramirez, ES 2001

MASHINA PRISHLA von Sergei Potemkin, RU 2001

SVEITS von Erik Smith Meyer, NO 2001
*Filmkunstpreis Mannheim-Heidelberg, Bester Kurzfilm*

TERZO E MONDO von Daniele Pignatelli, IT 2001

THE GIRL IN THE LAYBY von Sarah Gavron, UK 2000

WAR HOLES von Colleen Murphy, CA 2001

Internationale Entdeckungen

BORDERLINE NORMAL von Jeff Beesley, CA 2000

CHICO von Ibolya Fekete, HU 2001

CHUNG CHUN von Kwak Ji-Kyun, KR 2000

CZTOWIEK WÓZKÓW von Mariusz Malec, PL 2000

ELLING von Peter Næss, NO 2001

ET RIGTIGT MENNESKE von Åke Sandgren, DK 2001

HERENCIA von Paula Hernández, AR 2001

LAST BALL von Peter Callahan, US 2000

MULLET von David Caesar, AU 2001

NORMALNI LJUDI von Oleg Novkovic, RS 2001

POSSETENI OT GOSPOD von Peter Popzlatev, BG 2001

ROOS EN RANA von Meral Uslu, NL 2001

SIA - LE RÊVE DU PYTHON von Dani Kouyaté, BF 2001

THE SLOW BUSINESS OF GOING von Athina Rachel Tsangari, GR/US 2000

WILDE MOSSELS von Erik de Bruyn, NL 2000

Damals und Heute

DILEMMA von Henning Carlsen, DK 1962

I WONDER WHO IS KISSING YOU von Henning Carlsen, DK 1998

NEM JINÉM von Vra Chytilová, CS 1963

VYHNÁNÍ Z RÁJE von Vra Chytilová, CZ 2001

KATZELMACHER von Rainer Werner Fassbinder, BRD 1969

QUERELLE - EIN PAKT MIT DEM TEUFEL von Rainer Werner Fassbinder, BRD/FR 1982

PERSONEL von Krzysztof Kieslowski, PL 1975

TRZY KOLORY: CZERWONY von Kzysztof Kieslowski, PL/FR 1994

IM LAND MEINER ELTERN von Jeanine Meerapfel, BRD 1981

ANNAS SOMMER von Jeanine Meerapfel, DE 2000

DÉMANTY NOCI von Jan Neme, CS 1964

NOCNÍ HOVORY S MATKOU von Jan Neme, CZ 2000

DER JUNGE TÖRLESS von Volker Schlöndorff, BRD 1965

DIE STILLE NACH DEM SCHUSS von Volker Schlöndorff, DE 1999

LA PALOMA von Daniel Schmid, CH/FR 1974

BERESINA ODER DIE LETZTEN TAGE DER SCHWEIZ von Daniel Schmid, CH/DE 2000

ES SPRICHT: RUTH SCHMIDT von Adolf Winkelmann, BRD 1968

DER LETZTE KURIER von Adolf Winkelmann, DE 1996

MIER PROWINCJAA von Krzysztof Zanussi, PL 1966

YCIE JAKO MIERTELNA CHOROBA PRZENOSZONE DROG PCIOW von Krzysztof Zanussi, PL 2000

MANNHEIM MEETINGS Resultate

DAYBREAK von Bernard Rudden, UK 2000

EN LA PUTA VIDA von Beatriz Flores Silva, BE/UY 2001

LETTER TO AMERICA von Iglika Trifonova, BG 2001

LOVELY RITA von Jessica Hausner, AT 2001

TAXI - EN ENCUENTRO von Gabriela David, AR 2001

URBANIA von Flavio Federico, BR 2001

Neue Kinderfilme

INTO THE WEST von Mike Newell, UK 1992

LITTLE HIPPO von Bernard Deyriès & Christian Choquet, FR 2001

MIRACLE von Natasha Arty, DK 2000

MISTKERL von Andrea Katzenberger, DE 2001

PINKY UND DER 1.000.000 MOPS von Stefan Lukschy, DE 2001

Neue Türkische Filme

FILLER VE ÇMEN von Dervi Zaim, TR 2001

HERKES KEND EVNDE von Semih Kaplanolu, TR 2001

HEREY GÜZEL OLACAK von Ömer Vargi, TR 2001

MELEKLER EV von Ömer Kavour, TR 2001

Die Preisträger

des 50. Internationalen Filmfestivals Mannheim - Heidelberg

Filmkunstpreis Mannheim-Heidelberg, bester Spielfilm

P.O.V. / Point of View
Tómas Gislason, Dänemark

Filmkunstpreis Mannheim-Heidelberg, bester Dokumentarfilm

Bonanza
Ulises Rosell, Argentinien

Filmkunstpreis Mannheim-Heidelberg bester Kurzfilm

Sveits
Erik Smith Meyer, Norwegen

Spezialpreis in memoriam Rainer Werner Fassbinder

Monas Verden
Jonas Elmer, Dänemark

Spezialpreis der Internationalen Jury

Nebo sateliti
Lukas Nola, Kroatien

Lobende Erwähnung der Internationalen Jury

Patrze, na ciebe, Marysiu
Lukasz Barczyk, Polen

Run
Assaf Bernstein, Israel/USA

Publikumspreis

Absolut Warhola
Stanislaw Mucha, Deutschland

Preis der FIPRESCI, bester Spielfilm

Ichiban Ustsukushii Natsu
John Williams, Japan

Lobende Erwähnung der FIPRESCI-Jury

Patrze, na ciebe, Marysiu
Lukasz Barczyk, Polen

Die Jury

des 50. Internationalen Filmfestivals Mannheim - Heidelberg

Internationale Jubiläums-Jury
Vrá Chytilová, Mitgliedschaft bereits 1969 (Tschechien)
Eckart Stein, Mitgliedschaft bereits 1996 (Deutschland)
Henning Carlsen, Mitgliedschaft bereits 1966 und 1991 (Dänemark)
Peter Lilienthal, Mitgliedschaft bereits 1998 (Deutschland)
Willmar Andersson, Mitgliedschaft bereits 1995 (Schweden)

Internationale Jury

Toril Simonsen (Norwegen)
Werner Dütsch (Deutschland)
Ruud Monster (Niederlande)

FIPRESCI-Jury

Lydia Moslova (Russland)
Edith Chiu Ka Mei (China)
Prof. Dr. Herbert Feinstein (USA)
Alexander Grozev (Bulgarien)
Rüdiger Suchsland (Deutschland)

Ökumenische Jury

Ariane Braunbehrens (Deutschland)
Bernadette Meier (Schweiz)
Dr. Anita Uzulniece (Lettland)
Klaus Hinkelmann (Deutschland)
Lothar Strüber (Deutschland)

Jury der Kinobetreiber

Gerhard Bingenheimer, Enkenbach-Alseborn
Gunnar Klapp, Herdecke