Master of Cinema Award für István Szabó

Mannheim/Heidelberg, 13. Oktober 2017 – Warum er denn ausgerechnet Filmemacher geworden sei, wurde Szabó einmal gefragt. Er antwortete: „Nur Filme können ein lebendiges menschliches Gesicht zeigen.“ Sein Werk ist der beste Beweis dafür. Die feierliche Verleihung des Master of Cinema Awards 2017 an den großen Kinokünstler István Szabó findet am Sonntag, den 12. November 2017 um 19.00 Uhr in Mannheim, Kino im Stadthaus, im Rahmen einer Galavorführung seines jüngsten Spielfilms „Hinter der Tür“ mit Martina Gedeck und Helen Mirren statt.

Das Festival zeigt zudem zwei bedeutende Werke von István Szabó: „Alle lieben Julia“(„Being Julia“/Ungarn 2004) für den Annette Bening mit dem Golden Globe ausgezeichnet wurde, und „Mephisto“ (Ungarn/Deutschland/Österreich 1981) mit Klaus Maria Brandauer, der 1982 in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ mit dem Oscar ausgezeichnet wurde.

„Das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg ehrt einen der bedeutendsten europäischen Regisseure, der die Kunst des Kinos ebenso künstlerisch wie kompromisslos vorangebracht hat, einen Kinokünstler des Autorenkinos mit eigener Handschrift“, so Festivaldirektor Dr. Michael Kötz.

Über István Szabó: „Ich habe ein einziges Interesse und das sind die Menschen.“ So beschreibt der ungarische Meisterregisseur sein Credo, das in allen seinen Filmen sichtbar wird. Er interessiert sich wirklich für die Menschen, deren Charaktere er beschreibt. Ob sie nun wie Klaus Maria Brandauer in „Mephisto“ im Schatten der Macht moralisch „verbrennen“, von der chronischen Lüge, sie seien nur „Mitläufer“ gewesen, selbst überzeugt sind, wie Stellan Skarsgård als Wilhelm Furtwängler in „Taking Sides – Der Fall Furtwängler“, gegen das Altern rebellieren wie Annette Bening in „Alle lieben Julia“ oder ein dunkles Geheimnis bewahren, wie Helen Mirren als Haushälterin in „Hinter der Tür“. Nicht umsonst ergibt die kleine Liste dieser SchauspielerInnen fast so etwas wie ein Verzeichnis der großartigsten DarstellerInnen der Gegenwart, zu denen noch Martina Gedeck, Jeremy Irons, Glenn Close, Johanna ter Steege und viele andere gehören. Szabó gilt als „Schauspieler-Regisseur“, der stets das Beste aus ihnen herausholt. „Ja klar, die Schauspieler verkörpern die Menschen und um die geht es mir ja“, erklärt István Szabó seinen Hang zu großartigen Spielvorlagen für die DarstellerInnen. Seine Trilogie „Mephisto“, „Hanussen“ und „Oberst Redl“ gilt zum Beispiel als das Beste, was Klaus Maria Brandauer je gespielt hat. Und auch die Frauenrollen, zum Beispiel für Helen Mirren und Annette Bening, sind herausragend. Geboren wurde Szabó 1938 in Budapest. 1959 präsentierte er seinen ersten Kurzfilm. In den späten 1960er Jahren wurde er zum renommierten Filmregisseur der ungarischen Nouvelle Vague. Seine Vorbilder fand er im neuen französischen Kino. Seinen ersten großen internationalen Preis erhielt er 1967 in Moskau mit „Vater“, einer großartigen Charakterstudie, die den ungarischen Faschismus der Pfeilkreuzler und den Stalinismus berührt und autobiographische Züge trägt. Politik und die eigene Geschichte hat er immer wieder thematisiert. „Meine Mutter sagte einmal: Wir hatten eine schöne Kindheit und eine wundervolle Jugend, aber unser Leben wurde von Politik und Geschichte zerstört.“ Sein größter Erfolg war 1982 „Mephisto“, die Geschichte des Schauspielers und Theaterintendanten Gustaf Gründgens nach einem Roman von Klaus Mann, mit dem die Karriere von Klaus Maria Brandauer begann.

Das Programm des 66. Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg

Master of Cinema Award für István Szabó

Das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg 2017 eröffnet mit LIFE BEYOND ME (Une Vie Ailleurs) von Regisseur OLIVIER PEYON

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