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When Arabs Danced

Die Geheimisse des arabischen Tanzes
84 Min., Belgien

„Es gibt kein Foto meiner Mama, auf dem sie nicht tanzt“, sagt ein junger Marokkaner in diesem Dokumentarfilm über die arabische Kultur des Tanzes, die heute von islamistischen Fundamentalisten verteufelt wird, wie  überhaupt jede Form der künstlerischen Selbstdarstellung von Frauen. Der Film rekapituliert und zitiert Kinofilme und Fernsehshows mit Tanzvorführungen und verfolgt gleichzeitig wie die palästinensische Starschauspielerin Hiam Abbass sich auf ein Soloprogramm vorbereitet. Oder er folgt den Proben einer belgischen Theatertruppe für eine Bühneninszenierung von Michel Houellebecq’s Novelle „Unterwerfung“, voll von islamophoben Ansichten. Immer wieder verbindet der Regisseur aber seine Thesen von der Möglichkeit eines liberaleren Islam mit der eigenen Geschichte, und mit diesem Bild vom ägyptischem Bauchtanz seiner Mutter. Die Schönheit des Tanzes, die sich die Frauen in diesem Film wieder erkämpfen, ist in Wahrheit die Ausformung einer künstlerischen Provokation. Ein unterhaltsamer und politisch zugespitzter Film auf der Suche nach der fröhlichen (auch der sexuellen) Selbstbestimmung im Tanz. Ein Plädoyer dafür, wieder zurückzukehren zu einer freien arabischen Gesellschaft. (JS/MK)

MANNHEIM
Donnerstag, 15. November, 17:00 Uhr, Kino im Stadthaus II
Samstag, 17. November, 17:00 Uhr, Kino im Stadthaus II
HEIDELBERG
Freitag, 16. November, 17:00 Uhr, Kino II
Sonntag, 18. November, 11:00 Uhr, Kino II
Montag, 19. November, 17:00 Uhr, Kino II

FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK

Jawad Rhalib 

Als Filmemacher, Autor und Journalist nimmt der in Marokko geborene Jawad Rhalib vor allem Menschenrechte und Fragen im Zusammenhang mit Globalisierung, Profitstreben und sozialen Konflikten in den Blick. Zu diesen Themen realisierte er seit 1997 einige Dokumentarfilme, darunter „El Ejido, the law of profit“ (2006) sowie „Les damnés de la mer“ (2008).