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Tobby

Die nächtlichen Schatten des Jazz
81 Min., Deutschland — mit englischen Untertiteln

Sondervorführung

Ein Film von 1961. Mit radikaler Lässigkeit auf dem Fahrrad in Berlin – und keinen Moment ohne Jazz! Er habe noch nie einen Film gesehen, der es so geschafft habe, „unmittelbar die Atmosphäre des Jazz abzubilden“, schrieb der „Jazzpapst“ Joachim-Ernst Berendt damals. Und man war sich einig, hier sei ein Meisterwerk der Beatnik-Ära entstanden. Der Filmpionier und Mitunterzeichner des Oberhausener Manifestes Hansjürgen Pohland schaffte es damals, dass sein Werk in einem Atemzug mit Jean-Luc Godards „Außer Atem“ und John Cassavetes „Shadows“ als stilbildend für den Zeitgeist der 1960er Jahre genannt wurde. Die Geschichte des Schlagzeugers Tobby, der ein lukratives Angebot ausschlägt, um seiner Jazz-Musik treu bleiben zu können, wirkt jedenfalls immer noch frisch und experimentell frech, mit viel Spaß an den Improvisationen des modernen Jazz, die kongenial und eindrucksvoll in Filmsprache übersetzt wurden. Gelegentlich noch im Trümmermief der Nachkriegszeit angesiedelt, startet der Held seine Odyssee durch die Moderne der Clubs der damaligen Szene. Dabei ist das Berlin der frühen 1960er Jahre noch ebenso improvisiert wie der Modern Jazz. Und der Musiker Tobby Fichelscher spielt sich selbst, als gäbe es kein Morgen. (JS/MK)

Spielzeiten – Mannheim
Freitag, 15. November, 15.30 Uhr, Kino Atlantis
Samstag, 16. November, 16.00 Uhr, Kino im Stadthaus I
Samstag, 23. November, 21.00 Uhr, Kino im Stadthaus II

 

Spielzeiten – Heidelberg
Donnerstag, 14. November, 23.00 Uhr, Kino II
Samstag, 23. November, 15.00 Uhr, Kino II
Sonntag, 24. November, 11.00 Uhr, Kino II

FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK
Foto: Will McBride Modern Art Film Archiv

Hansjürgen Pohland, geboren 1934 in Berlin, Deutschland. Mit „Tobby“ gab er 1961 sein Langfilmdebüt. 1966 drehte er die Günter Grass-Verfilmung „Katz und Maus“. Er war einer der Unterzeichner des „Oberhausener Manifests“ und ist 2014 verstorben. Und im Film macht jemand den Ton aus dem ein weltberühmter Kameramann werden wird: Jörg-Schmidt-Reitwein.

Foto: Modern Art Film Archiv