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The Trial: The State of Russia vs Oleg Sentsov

Fast wie zu Stalins Zeiten…
71 Min., Estland, Polen, Tschechien

Ein Mann gibt ein Interview durch Gitterstäbe. Das wird er immer wieder tun. Es zieht sich durch den ganzen Dokumentarfilm über den auf der Krim geborenen ukrainischen Filmregisseur Oleg Sentsov, der sich auf den Prozess gegen ihn in Rostow am Don konzentrierte, der die Welt bewegte. Zu 20 Jahren Lagerhaft in Sibirien wird der politische Aktivist in diesem minutiös dokumentierten Schauprozess verurteilt. Sentsov soll als Kopf einer rechten Terrorbewegung Anschläge unter anderem auf ein Lenin-Denkmal geplant haben, aber selbst das konnte ihm nicht nachgewiesen werden. Die ganze Verhandlung ist eine öffentliche Farce, was der Film gerade dadurch zeigt, dass er trotz aller Schikanen ganz genau zusieht. Viele prominente europäische Filmemacher wie Pedro Almodóvar und Ken Loach sowie die Europäische Film Academy fordern Sentsovs Freilassung. Der usbekische Dokumentarfilmer Askold Kurov gibt dem Maidan-Aktivisten, dessen Leben inzwischen gefährdet ist, mit diesem eindrücklichen Film endlich wieder eine Stimme und zeigt die demagogischen Strategien der russischen Justiz unter Präsident Wladimir Putin. Oleg Sentsov hat inzwischen seinen Hungerstreik nach 145 Tagen auf ärztlichen Rat ausgesetzt. Die Vorführung dieses Films ist Ausdruck unserer Solidarität. (JS/MK)

MANNHEIM
Sonntag, 18. November, 19:30 Uhr, Kino Atlantis
HEIDELBERG
Samstag, 17. November, 13:00 Uhr, Kino II

FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK

Askold Kurov 

Der usbekische Regisseur Askold Kurov (*1974) thematisiert in seinen Filmen vor allem Menschenrechtsprobleme und soziale Konflikte im heutigen Russland. So stellt er in seinem Film „The Trial: The State of Russia vs Oleg Sentsov“ (2017), die umstrittene Auslieferung des ukrainischen Filmregisseurs Sentsov an die russische Justiz in den Fokus.