The Line

Čiara

2007, kurz bevor die Slowakei dem Schengen-Abkommen beitritt. Die Grenze zur Ukraine, über die bis dahin eifrig geschmuggelt wird, ist nun eine schwer bewachte Außengrenze der EU. Da müssen auch die Mafia-Banden ihre Regeln ändern. Das heißt für Krull, der der örtliche „Pate“ ist: er will umstellen auf härteres Schmuggelgut, auf einträglichere und leichter zu versteckende Drogen. Für Adam, den Boss einer kleineren Schmugglerbande, der es bisher gewohnt war, Zigaretten, Alkohol und Flüchtlinge über die Grenze zu schaffen, ändert sich dadurch alles. Er möchte da nicht mehr mitmachen, auch aus Angst vor dem übel beleumundeten Knast in der Ukraine. Zunächst will er sich auf die viel beschworene „Mafia-Ehre“ verlassen. Schließlich soll seine minderjährige schwangere Tochter in die „Familie“ einheiraten und der korrupte Polizist der Grenzpolizei ist bei der Hochzeit als singender Stargast vorgesehen. Bei einem Testlauf mit der Designerdroge „Crystal Meth“ kommt es zu ersten Verwerfungen der beiden Banden, die auch zeigen, dass es um die „Ehre“ gar nicht gut bestellt ist. Aber kann man wirklich „aussteigen“ aus einem Leben, das so lange dem organisierten Verbrechen gewidmet war? Der Film bedient Thriller-Elemente mit einem Mafioso, der seine Befehle mit Anekdoten garniert, archaischen Schuld und Sühne-Fragen inmitten des blutigen Handwerks, Goldkettchen und Gefängnistattoos inklusive. Doch die wahre Stärke des Films liegt in den genreunüblichen, ungewöhnlich differenzierten Charakterstudien.

International Newcomer / Discoveries 2017
110 Min. – Peter Bebjak | Slowakei – Ukraine 2017
Originalsprache: Slowakisch, Ukrainisch
ab 18 Jahre, da keine FSK

Spielzeiten: 
Mannheim:
Dienstag, 14. November. 21:30 Uhr, Kino Atlantis
Mittwoch, 15. November. 22:00 Uhr, Kino im Stadthaus I

Heidelberg:
Donnerstag, 16. November. 22:00 Uhr, Kino I
Freitag, 17. November. 20:00 Uhr, Kino I