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The Far Shore

Drei Frauen auf sich gestellt
104 Min., Kanada – mit deutschen & englischen Untertiteln

Eine Mutter alleine mit ihren beiden heranwachsenden Töchtern. Der Vater ist gerade erst gestorben – nicht ohne Selbstverschulden. „Ich kann ihn nicht hassen dafür, er hat mir zwei großartige Geschenke hinterlassen: Euch“, beugt die Mutter den leidenschaftlichen Hasstiraden ihrer seelisch verwundeten ältesten Tochter vor. Marine, die Kleinste, hingegen lebt oft in einer Phantasiewelt, in der der abwesende Vater zumindest für sie noch existiert. Damit wehrt sie sich auch gegen die Quälereien ihrer Mitschülerinnen, die ziemlich weit gehen. Die ältere Schwester ist ein ebenso rebellischer wie depressiver Teenager, sprunghaft und oft ihre Mutter verletzend, besonders seit sie eine Liebesbeziehung zu einem älteren Mann eingegangen ist. Charakteristisch für Marine ist ihre Kopflampe wie sie Radfahrer tragen. Sie benutzt sie für die aufmerksame Durchsuchung ihrer Umgebung, schnüffelt nach dem Geruch der Küchentücher oder entdeckt zum Entsetzen ihrer Umgebung die kleine Ratte, die im Klo ertrunken ist. Alle drei – auch die chronisch überforderte Mutter – arbeiten aber doch nur das Trauma über den Verlust des verstorbenen Vaters auf, bilden aber dabei eine verschworene Gemeinschaft, die dieser visuell reiche und originelle Film mit großer Empathie und fortwährender Spannung entfaltet. Absolut sehenswert! (JS)

Spielzeiten – Mannheim
Freitag, 15. November, 23.00 Uhr, Kino im Stadthaus II
Samstag, 16. November, 21.30 Uhr, Kino Atlantis

 

Spielzeiten – Heidelberg
Donnerstag, 14. November, 21.30 Uhr, Kino I
Samstag, 16. November, 15.00 Uhr, Kino II
Sonntag, 17. November, 14.00 Uhr, Kino I

FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK

David Uloth hat Universitätsabschlüsse in Biologie und in Filmproduktion. Seine Kurzfilme bewegen sich zwischen Komödie und Drama. Sein letzter Kurzfilm „La Voce“ (2015) gewann 54 Preise. 2018 erschien sein Langfilmdebüt „Dérive“.