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Pure Land

Eine chinesische Bäuerin und die Staatsgewalt
92 Min., Volksrepublik China

Jin Feng im ländlichen Nord-Shanxi möchte endlich einen Sohn. Sie hat schon zwei Töchter. Auch das widerspricht schon der in China üblichen „Ein-Kind-Politik“. Würde sie 40.000 Yuan zahlen, könnte sie ihren erwarteten Sohn doch noch auf die Welt bringen. Aber sie befindet sich schon im fünften Monat und hat nicht einmal genug Geld für die Schulbücher der Geschwister. Ihr Haus ist lediglich 300 Yuan wert. Und auch für ein wenig Zeitgewinn muss sie schon die fordernden Bürokraten von der Familienplanungsbehörde ordentlich bestechen. Schließlich wird sie – wie viele Frauen – zur Abtreibung gezwungen. Fortan sieht sie den Geist ihres ungeborenen Sohnes und wendet sich, um endlich Trost zu finden, immer mehr den religiösen Riten des Sukhavati-Buddhismus zu, bei dem die Kinder im Lotusblatt wiedergeboren werden. Der Film zeigt in sozialrealistischer Manier eindrucksvoll das Leben der einfachen Bauern in der chinesischen Provinz. Sehr sanft und poetisch berührend transportiert er auch Stimmungen, die sich in Bild und Landschaft widerspiegeln und für die neueste Stilrichtung des jungen chinesischen Kinos stehen, das ebenso sozialkritisch wie selbstbewusst von seinem Heimatland erzählt. (JS)

MANNHEIM
Donnerstag, 22. November, 19:00 Uhr, Kino im Stadthaus II
Samstag, 24. November, 15:30 Uhr, Kino Atlantis
Sonntag, 25. November, 21:00 Uhr, Kino im Stadthaus II
HEIDELBERG
Mittwoch, 21. November, 19:00 Uhr, Kino II
Freitag, 23. November, 22:00 Uhr, Kino I

FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK

Zhenyu Sun 

Der chinesische Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Zhenyu Sun wurde 1991 geboren. Er studierte an der Pekinger Film Akademie und am ArtCenter College of Design in Kalifornien. 2018 drehte er mit „Pure Land“ seinen ersten Spielfilm.