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Para’i

Vom Pflanzen eines magischen Samenkorns
82 Min., Brasilien

Dies ist die Geschichte eines kleinen Mädchens, das die Wurzeln ihres indigenen Volkes erforscht. In einem Slum in São Paulo findet sie ein altes Samenkorn ihres Guaraní-Stammes und weiß mit der magisch-bunten Saat zunächst nichts anzufangen. Überhaupt fühlt sie sich etwas verloren, spricht sie doch Portugiesisch, die Sprache der Kolonisatoren und ihr Vater geht in eine katholische Kirche. Dabei gehört sie doch zu einem Volk der UreinwohnerInnen. In seinem Film, der dokumentarische Elemente zeigt, integriert der Regisseur, der sichtlich ihr Vertrauen gewonnen hat, inszenierte Mini-Storys, um deutlich zu machen, wie die Guaraní heute leben. Über zwei Jahre hinweg wurde die Geschichte mit ihren realistischen und poetischen Momenten gemeinsam mit UreinwohnerInnen aus Jaraguá in São Paulo entwickelt, woher vielleicht auch die besondere Authentizität des Filmes mit einer achtjährigen Laiendarstellerin im Mittelpunkt rührt. Auch die Geschehnisse, die beschrieben werden, sind „echt“: Sie verweisen auf tatsächliche Begebenheiten, die sich in der Zeit der Dreharbeiten abgespielt haben. Sehr ernsthaft und gefühlvoll, mit viel Poesie und viel Musik geht es um die Lebenssituation der indigenen Bevölkerung vor dem Hintergrund ihrer alten Traditionen.  (JS/MK)

MANNHEIM
Freitag, 16. November, 17:30 Uhr, Kino Atlantis
Sonntag, 18. November, 15:00 Uhr, Kino im Stadthaus II
HEIDELBERG
Donnerstag, 15. November, 22:15 Uhr, Kino I
Samstag, 17. November, 20:00 Uhr, Kino I
Sonntag, 18. November, 23:00 Uhr, Kino II

FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK

Vinicius Toro 

setzt sich in seinen Filmen mit der Gegensätzlichkeit verschiedener Welten auseinander, wie sich in seinem mehrfach ausgezeichneten Kurzfilm „How Far“ (2013) beobachten lässt. Zuletzt bewegte er sich in der Welt der indigenen Gruppe der Guaraní, bei und mit denen er auch seinen neuesten Film „Para’í“ (2017) erarbeitet hat.