Origami

In der japanischen Kunst des Papierfaltens gibt es einen magi- schen Moment, in dem man denken kann, die Zeit stünde still. Aus einem flachen Blatt Papier wird ein vielfach gewundenes Kunstwerk, bei dem sich die Dimensionen verändern. So ähnlich verhält sich das mit der Zeit, denkt David – ein Restaurator, der sich auf japanische Kunst spezialisiert hat. Als er seine Befähigung zu Reisen in der Zeit entdeckt, bringt ihn das gleich dazu, sein eigenes Schicksal verändern zu wollen, vor allem um Unglück von seiner kleinen Familie abzuwenden, die bis jetzt noch gar nicht entstanden ist, sich aber schon vor seinen Augen enthüllt. Er wird die schöne Fotografin kennen und lieben lernen, sie heiraten und mit ihr eine Tochter haben. Und dann? Ein Geschehen entfaltet sich um seine geliebte Tochter, das ihn zum Eingreifen zwingt. Aber was ist mit dem Zeit- Paradoxon, das Zeitreisen eigentlich unmöglich macht? Kann David wirklich etwas verändern, das sein Lebensglück bedroht? Mehr ein psychologisches Drama als ein klassischer Science- Fiction-Plot. Die vielen Faltungen des Raum-Zeit-Kontinuums werden zu Brücken zwischen der Vergangenheit, dem Hier und Jetzt und vielen möglichen Zukunftsszenarien. Oder befinden wir uns die ganze Zeit nur im Chaos der inneren Befindlichkeit dieses Mannes? Was ist wirklich? Was nur Einbildung? In seiner atmosphärisch dichten, emotionalen Darstellungsweise stellt dieses intelligente Filmexperiment viele Fragen, darunter die, was das eigentlich ist: das Wesen der Phantasiemaschine, die wir Kino nennen.

International Newcomer / Wettbewerb 2017
95 Min. – Patrick Demers | Kanada 2017
Originalsprache: Französisch
ab 18 Jahre, da keine FSK

Spielzeiten:
Mannheim:
Dienstag, 14. November. 19:00 Uhr, Kino im Stadthaus II
Donnerstag, 16. November. 18:00 Uhr, Kino im Stadthaus I
Samstag, 18. November. 15:00 Uhr, Kino im Stadthaus II

Heidelberg:
Mittwoch, 15. November. 20:00 Uhr, Kino I
Donnerstag, 16. November. 13:00 Uhr, Kino II
Freitag, 17. November. 14:00 Uhr, Kino I