Niemandsland – Über die Zukunft einer verlassenen Stadt

Der Film beginnt mit Bildern der Leere: mit verlassenen Häusern und Räumen, außer Funktion gesetzten Maschinen, die nun offene Rätsel sind, Bäume und Sträucher, die sich Bebautes zurückerobert haben. Die absolute Stille und die leere abstrakte Wohnbebauung strahlen eine gewisse ästhetische Konsequenz und Schönheit aus. Und ein Versprechen. Bald wird aber klar: Es geht hier um eines der größten und anspruchsvollsten Projekte der Stadtentwicklung. Früher haben auf dem Gelände der amerikanischen Kaserne „Benjamin Franklin Village“ einmal 9.000 Menschen gelebt und so soll es wieder sein – ein neues und neuartiges Stadtviertel von Mannheim soll hier entstehen – so groß wie die gesamte Innenstadt. Der ehemalige Architekt der Anlage empfindet Trauer. Eine Frau kommt eigens jeden Tag, um die zurückgelassenen Katzen zu versorgen. Der „Duft“ sei noch da im Club, in dem die Bingo-Abende stattgefunden haben, behauptet sie. Andere reißen Reste raus: den wertvollen Boden mancherorts und unzählige Schränke. Schließlich soll die „Ghosttown“ zu etwas nütze sein. Abgerissen und umgebaut wird auch schon. Es gibt ein Konzept der Stadtplaner und auch die Bürger bringen sich ein. 6.000 Flüchtlinge haben das Gelände schon bezogen. Schließlich sind perfekte Notunterkünfte rar. Im Grunde soll aber ein völliger Neustart erfolgen. Die Chancen, die darin liegen und die Risiken werden thematisiert. Doch neben all der Hoffnung auf das Neue bekommt auch die Stimmung des „Unwirtlichen“ ihren Raum im Film. Dem „Niemandsland“ ist schließlich eine gewisse Schönheit nicht abzusprechen.

Neue deutsche Filme
82 Min. – Philipp Kohl, Donni Schoenemond | Deutschland 2017
Originalsprache: Deutsch
FSK: ohne Altersbeschränkung

Spielzeiten: 
Mannheim:
Donnerstag, 16. November. 21:30 Uhr, Kino Atlantis
Samstag, 18. November. 15:30 Uhr, Kino Atlantis
Sonntag, 19. November. 17:00 Uhr, Kino im Stadthaus II

Heidelberg:
Mittwoch, 15. November. 11:00 Uhr, Kino II
Samstag, 18. November. 13:00 Uhr, Kino II