Light Thereafter

Der junge Pavel will Maler werden und eifert dabei seinem französischen Vorbild namens Arnaud dezidiert nach. Auf dem Tramper-Weg zu dessen Haus in der Provence trifft er verschiedene Figuren und erweitert seinen Erfahrungshorizont, bis er schließlich auch dem Maler selbst begegnet, außerdem dessen Frau und dessen stummen Modell. Die Begegnung scheint zunächst gut zu gehen, aber am Ende wirft Arnaud das hoffnungsfrohe Talent aus dem Haus. Das Destruktive künstlerischer Arbeit steht oft im Vordergrund und auch die scheinbare Unmöglichkeit der Integration der Anforderungen des Schaffensprozesses in ein „normales“ Leben. Der junge Künstler lebt in einer eigenen, oft wenig durchschaubaren Welt, die der Film leidenschaftlich und mit einem starken visuellen Konzept nachvollzieht. Pavel sehnt sich vielleicht zu sehr nach einem „künstlerischen Vater“, den er in seinem spirituellen „Meister“ zu finden glaubt. Er wird verführt von der Schönheit der Frauen und von dem „Augenschein“ der Kreativität. Eine besondere Form der „Kinomagie“ umgibt die Hauptfigur, die der Film kongenial zelebriert. Gleich zu Anbeginn sind wir mittendrin in der Künstlerseele, die sich zu befreien sucht. Auch die Erzählweise ist inkonsequent. Erinnerungen verloren in der Zeit. Dadurch, dass der Film mit dem desillusionierenden Finale beginnt, wird klar, wie sehr der junge Maler sich sich bei seiner Suche verstrickt hat und es wird klar, dass dieser Drang, die Welt zu malen und dabei künstlerisch zu verändern, immer schon in ihm war. Die Reise des jungen Mannes als Künstler wird eine Reise zu sich selbst.

International Newcomer / Discoveries
97 Min., Konstantin Bojanov | Bulgarien – Belgien 2017
Originalsprache: Englisch, Französisch, Bulgarisch
ab 18 Jahren, da keine FSK

Spielzeiten:
Mannheim:
Freitag, 10. November, 22:00 Uhr, Kino im Stadthaus I
Montag, 13. November, 21:00 Uhr, Kino im Stadthaus II

Heidelberg:
Samstag, 11. November, 16:00 Uhr, Kino I
Sonntag, 12. November, 21:00 Uhr, Kino II