Licht

Die 18-jährige Maria Theresia ist schon als Kind fast erblindet. Trotzdem ist sie ein Klavier-Wunderkind geworden und bei ihren kleinen Konzerten für die Wiener Gesellschaft ist sie zugleich bestaunter „Freak“ und umjubelter „Unterhaltungsstar“. Nach vielen erfolglosen Versuchen der Heilung vertrauen ihre Eltern sie 1777 dem Arzt und Wunderheiler Franz Anton Mesmer (David Striesow) an, der seine Magnetismus-Behandlung an ihr vollzieht. Bald beginnt „Resi Paradis“ – so wird die 18-Jährige genannt – Erfolge wahrzunehmen. Sie sieht erste Bilder und fühlt sich im Übrigen in Mesmers „offenem Haus“ angenommen und erstmals auch altersgemäß „frei“ und unabhängig. Doch gleichzeitig lässt ihre besondere künstlerische Virtuosität deutlich nach. Auch die Intrigen der Wiener Ärzteschaft gegen den Außenseiter Mesmer nehmen zu, so dass Maria Theresias musikalische Regression ihnen als Beweis für Mesmers Scharlatanerie gilt. Weil ihre Musikalität von den Eltern als einzige Chance für eine erfolgreiche Zukunft ihrer Tochter wahrgenommen wird, ziehen sie sie wieder aus der Behandlung zurück. Ein glückliches Leben oder außergewöhnliche künstlerische Erfolge für die man einen menschlichen Preis bezahlt? Der Film orientiert sich an einem historisch überlieferten Fall aus dem Rokoko, wobei die Frage der tatsächlichen Wirkmächtigkeit des „Mesmerismus“ bis heute ungeklärt ist. Der feministische und jugendfreundliche Grundton erweitert den konkreten Fall zu einer allgemeinen mitfühlenden, auch satirischen Studie über den Umgang mit den Unwägbarkeiten der weiblichen Adoleszenz.

International Independent Cinema 2017
97 Min. – Barbara Albert | Österreich, Deutschland 2017
Originalsprache: Deutsch
ab 18 Jahre, da keine FSK

Spielzeiten:
Mannheim:
Donnerstag, 9. November, 22:00 Uhr, Kino im Stadthaus I
Freitag, 10. November, 16:00 Uhr, Kino im Stadthaus I
Sonntag, 19. November, 13:00 Uhr, Kino im Stadthaus II

Heidelberg:
Donnerstag, 9. November, 17:00 Uhr, Kino II
Sonntag, 19. November, 14:00 Uhr, Kino I