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Jirga

Wenn Menschen stärker sind als Krieger
78 Min., Australien

Ein junger Australier kehrt freiwillig zurück ins heutige Afghanistan, buchstäblich in die Höhle der Löwen. Er war Soldat und hat dort gegen die Taliban gekämpft, jetzt begibt er sich aus freien Stücken wieder dort hin und wird prompt mit dem Tode bedroht. Warum macht er das? Als Tourist verkleidet reist er in die Provinz Kandahar und immer weiter hinein ins lebensgefährliche Terrain. Sogar der Taxifahrer weigert sich, dort hinzufahren. In einer wunderbaren Szene am See, mitten in der Wüste, reden die beiden. Überhaupt ist der Dialog von Mann zu Mann entscheidend für diesen Film, der unverhofft vom Schuldgefühl eines Ex-Soldaten erzählt, von dem wir doch glaubten, dass es das gar nicht gibt. Was in den Nachrichten als „Kollateralschaden“ erwähnt wird, ist diesem Mann Grund genug, fast sein eigenes Leben zu opfern, weil er sein Schuldgefühl nicht los wird. In großartiger Authentizität reisen wir mit diesem Mike hinein in die Dörfer der Taliban, hocken mit ihm, der ihr Gefangener wird, in ihren Höhlen und dann passiert das, was politisch natürlich nicht korrekt ist: Wir fangen an, sie zu mögen, diese Talibankrieger. Genau das will der Film erzählen: Erst wer mit den Feinden Freund wird, gewinnt wirklich einen Krieg. (MK)

MANNHEIM
Donnerstag, 15. November, 22:00 Uhr, Kino im Stadthaus I
Samstag, 17. November, 18:00 Uhr, Kino im Stadthaus I
Dienstag, 20. November, 14:00 Uhr, Kino im Stadthaus I
HEIDELBERG
Freitag, 16. November, 20:00 Uhr, Kino I
Sonntag, 18. November, 16:30 Uhr, Kino II

FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK

Benjamin Gilmour 

wurde 1975 in Deutschland geboren und verbrachte einen Großteil seines Lebens in Australien. Bevor er begann in der Filmbranche zu arbeiten, war er als Rettungssanitäter auf mehreren Kontinenten im Einsatz. In seinen Filmen setzt er sich wiederholt mit der Geschichte und Kultur Afghanistans auseinander.