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Goliath96

Das Virtuelle und die Wirklichkeit
109 Min., Deutschland

Ihr 21-jähriger Sohn verlässt sein Zimmer nicht mehr und chattet stattdessen nur noch im Internet. Als Kristin, eine Frau im mittleren Alter, ihren Job bei der Bank verliert, wird das vor aller Welt verschwiegene, bizarre gemeinsame Leben in einer 3-Zimmer-Wohnung ohne wechselseitigen Kontakt zunehmend unerträglich. Als sie sich an die jugendliche Begeisterung ihres Sohnes für Flugdrachen erinnert, findet sie einen Ausweg. Denn der junge Mann hat von dieser Leidenschaft nicht lassen können und ist entsprechend in einem Internetforum unterwegs. Sie bekommt Kontakt zu ihm und beginnt eine gefährlich hermetische Kommunikation mit ihm. Die beiden nähern sich immer mehr an, wobei der Sohn zunächst nicht weiß, dass er eine kranke Liebes-beziehung mit seiner Mutter begonnen hat. Auch Kristin verliert sich zunehmend in dem inzestuösen Kontakt. Sie kappt alle Beziehungen zur Außenwelt. Was wird passieren, wenn ihr Sohn begreift, was gerade tatsächlich geschieht? Eine schauspielerische Tour de Force vor allem für die meisterlich aufspielende Katja Riemann in einer Paraderolle. Auch ihr Filmpartner Nils Rovira-Muñoz trägt entscheidend dazu bei, dass die komplexe Beziehung zweier Menschen in der krank machenden Isolation der Einsamkeit ergreifend sichtbar wird. (JS)

MANNHEIM
Donnerstag, 15. November, 17:30 Uhr, Kino Atlantis
Freitag, 16. November, 18:00 Uhr, Kino im Stadthaus I
Sonntag, 18. November, 20:00 Uhr, Kino im Stadthaus I
HEIDELBERG
Samstag, 17. November, 14:00 Uhr, Kino I
Sonntag, 18. November, 16:00 Uhr, Kino I

FSK: ab 12 Jahre

Marcus Richardt

studierte Visuelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Film an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. 2010 gründete Richardt (*1974) die Favo Filmproduktion. Zudem ist er als Autor und Regisseur tätig. Seine Kurzspielfilme wurden auf Filmfestivals weltweit gezeigt und ausgezeichnet. „Goliath96“ (2018) ist sein erster Kinofilm.