Das Milan-Protokoll

Martina, eine Idealistin, arbeitet als Ärztin im Nordirak. Eines Tages wird sie in den Hinterhalt einer sunnitischen Islamistengruppe gelockt und ist fortan deren Gefangene. Sie muss Todesängste ausstehen und eine erniedrigende Behandlung ertragen. Erst nach und nach durchschaut sie das Geflecht der Intrigen und Interessen, das sie umgibt. Immer wieder wird sie inquisitorischen Befragungen unterzogen und entsprechend gequält. Der Anführer der Gruppe will seinen Stellvertreter hereinlegen, der tatsächlich Kontakte zu westlichen Firmen unterhält. Hinter allem stecken offenbar auch westliche Geheimdienste. Will sie überleben, muss Martina auch für sich selbst einige wichtige Entscheidungen treffen. Nützt ihr die Wahrheit mehr als die Lüge? Wer ist tatsächlich auf ihrer Seite? Martinas Chancen zu überleben ändern sich ständig in dieser spannenden und hintergründigen Versuchsanordnung, die die Klischees der Berichterstattung über die Ereignisse im Irak und in Syrien weitgehend in Frage stellt. Gefangenschaft und Angst befördern auch bei ihr eine reinigende „Gewissenserforschung“. Was wissen wir schon über die Vorgänge im Nahen Osten? Sind wirklich religiöse Bekenntnisse die treibende Kraft? Wie fühlt man sich, wenn man einer hochnotpeinlichen Befragung ausgesetzt ist? Am Ende nützen nur die allgemeinen menschlichen Qualitäten, die man mitbringt. Ein sehr dichter und überzeugender Film aus einer fremden Welt, der keineswegs nur auf klassische Spannungsdramaturgie setzt.

International Newcomer / Wettbewerb 2017
109 Min. – Peter Ott | Deutschland, Irak 2017
Originalsprache: Deutsch, Kurdisch, Englisch
FSK: ab 12 Jahren

Spielzeiten:
Mannheim:
Sonntag, 12. November, 22:00 Uhr, Kino im Stadthaus I
Montag, 13. November, 19:00, Kino im Stadthaus II
Mittwoch, 15. November, 16:00, Kino im Stadthaus I

Heidelberg:
Samstag, 11. November, 17:00 Uhr, Kino II
Sonntag, 12. November, 14:00 Uhr, Kino I
Dienstag, 14. November, 20:00 Uhr, Kino I