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Blood and the Moon

Sanft aber bestimmt gegen Al Kaida
76 Min., Italien, Jemen

Das Leben des jemenitischen Dorfes wirkt auf den ersten Blick „aus der Zeit gefallen“, fast ein wenig mittelalterlich. Fast wie ein Dokumentarfilm startet dieser Film eines italienischen Regisseurs im Jemen und ist zunächst das Porträt eines einsamen Bergdorfes und des Lebens seiner BewohnerInnen. Immer häufiger bestimmen eingestreute Spielszenen das Bild und so wird aus einer ethnographischen Dokumentation ein Beziehungsmelodram – nämlich, als eine junge Frau mit ihrem Köfferchen aus dem Bus steigt. Sie wirkt verloren und fremd und kommt aus der großen Stadt, aus der sie davon gelaufen ist, auf der Flucht vor einer Zwangsheirat. Der junge Lehrer bietet ihr Unterschlupf und Schutz und als die junge Frau selbst Lehrerin werden will, wird aus den beiden eine Kampfgemeinschaft gegen die Gehirnwäsche radikaler Islamisten: Bildung als Schutzschild gegen Fremdbestimmung und Unterdrückung. Auf wahren Begebenheiten beruhend, erzählt der Film in ruhigem beobachtendem, detailorientiertem Stil eine eindrückliche Geschichte aus dem Innenleben einer ihm fremden Welt und bringt sie atmosphärisch dicht in einem sozialrealistischen Stil nah und authentisch heran an unsere Sehgewohnheiten. Ein sehr atmosphärischer Film. (JS)

MANNHEIM
Dienstag, 20. November, 21:00 Uhr, Kino im Stadthaus II
Donnerstag, 22. November, 17:30 Uhr, Kino Atlantis
Freitag, 23. November, 18:00 Uhr, Kino im Stadthaus I
HEIDELBERG
Mittwoch, 21. November, 20:00 Uhr, Kino I
Freitag, 23. November, 23:00 Uhr, Kino II

FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK

Tommaso Cotronei 

begann sich im Alter von 21 Jahren tiefer mit den Geisteswissenschaften auseinanderzusetzen. Cotronei (*1965), besuchte einige Kurse an der philosophischen Fakultät der Universität von Rom. Über den italienischen Filmemacher Vittorio De Seta fand er den Weg zum Kino, welches er als herausragendes Mittel zur Selbstentfaltung betrachtet.