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2016

Preisträger 2016

Mit insgesamt 49 Filmen konzentrierte sich das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg in seiner 65. Jubiläumsausgabe auf junge, erste Meisterwerke des Weltkinos, darunter 30 Newcomer-Filmwerke, ergänzt von elf weiteren neuen noch wenig bekannten Filmwerken des aktuellen Independent Cinema und acht Filmen im Kinderfilmprogramm.

Das Festival begrüßte knapp 400 internationale Gäste, darunter Schauspieler, Regisseure und Produzenten aus 34 Ländern. Bei 98 Filmgesprächen nach den Filmvorführungen im Mannheimer Stadthaus und in der Kinozeltstadt in Heidelbergs Campbell Barracks nahm das Publikum begeistert am Filmfestival teil. Die Strategie, die Newcomer-Filme in den Vordergrund zu stellen und die Aufmerksamkeit nicht von Retrospektiven oder anderen Begleitprogrammen ablenken zu lassen, ist beim Publikum auf volle Akzeptanz gestoßen.

Mit über 50.000 verkauften Tickets und – einschließlich der Fachbesucher - hochgerechnet ca. 60.000 Filmbesuchen insgesamt konnte Festivaldirektor Dr. Michael Kötz in nur elf Tagen die Besucherzahlen des Vorjahres erzielen. 2015 lag das Festival im Oktober und dauerte 16 Tage. Nach der Berlinale und dem Filmfest München ist das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg damit der drittgrößte Filmfestival Deutschlands mit internationalem Programm — und das mit überwiegend Werken von Newcomern. 

Das Programm, die Preisträger und die Jurys finden Sie hier!


2015

Celso R. Garcia

Sechs gravierende Veränderungen bestimmten das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg 2015: der Einzug von internationalen Serien in einem eigenen, zusätzlichen Wettbewerb, die Verlängerung des Festivals auf 16 Tage, um unserem Publikum eine größere Chance zu geben, es mit einem weiteren dritten Wochenende besser wahrnehmen und nutzen zu können, neue Namen für die wichtigsten beiden Preise des Festivals: „Grand Newcomer Award“ und „New Creators Award“ von Mannheim-Heidelberg, eine neue Sektion „Weltkino“, mit der wir ebenfalls unserem Publikum entgegenkommen, jedenfalls soweit dieses nicht ganz speziell nach Newcomer-Filmwerken sucht, sondern vielleicht auch nach namhaften Schauspielern oder brisanten Themen, ein neuer Spielort in Heidelberg, nämlich das von der US-Armee geräumte Gebiet der Campbell-Barracks in der damit zu einem neuen Leben erwachenden Südstadt Heidelbergs, eine Programmsektion des Festivals mit Filmen, die ganz unmittelbar hier in der Region entstanden sind.


Der "Master of Cinema Award 2015" ging an Olivier Assayas. 

Der „Grand Newcomer Award 2015“ ging an Celso R. Garica für "The Thin Yellow Line".


Der "New Creators Award 2015" ging an Karianne Lund und Erik Skjoldbjærg für die Serie "Occupied".


Das Filmfestival veranstaltete zum sechsten Mal den MANNHEIM MEETING PLACE unter Leitung von Julek Kedzierski.


2014

Dimitry Rudakov

Das Festival verzeichnete 2014 etwa 60.000 Filmbesuche bei rund 50.000 verkauften Tickets mit durchschnittlich 4.500 Filmbesuchern pro Tag. Bei 39 Festivalfilmen insgesamt, war damit garantiert, dass jeder Film die ihm zustehende Beachtung findet. Knapp 5.000 Teilnehmer stellten bei den 90 Filmgesprächen ihre Fragen an die Regisseure. Höhepunkte des Festivals waren zunächst die offizielle Eröffnung in Heidelberg mit der Europäischen Premiere von Savina Dellicour „Alle Katzen sind grau“, anschließend der Besuch von Regisseur Uwe Janson zum Auftakt des Festivals in Mannheim mit seinem Film „Auf das Leben!“ als Preview vor dem Kinostart und dann die Preisverleihung des New Master of Cinema Award an Geoffrey Enthoven am 12. November. Am 16. November 2014 endet das Festival mit der Verleihung der Preise.


Der „Newcomer of the Year 2014“ ging an Dimitry Rudakov mit "23 Seconds" - "23 Segundos".


Das Filmfestival veranstaltete zum fünften Mal den MANNHEIM MEETING PLACE unter Leitung von Julek Kedzierski.


Der neue, für das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg sowie vor allem auch für das „Oststadttheater“ zu einem optimalen Kinosaal umgebaute Bürgersaal, stieß bei den Festivalbesuchern auf Begeisterung, weil die Filmpremieren jetzt in adäquatem Rahmen präsentiert werden können. 


2013

Carlos Lechuga

"Jeder eine Geschichte" - Unter diesem Leitgedanken entführte das 62. Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg sein Publikum in unbekannte Länder und erzählte wundervolle, unbekannte Geschichten – in 52 Filmen aus 27 Ländern.

Mit ungebrochen lebhaftem Interesse strömten erneut 60.000 Besucher in die Festivalkinos. Die Besucherzahl hat sich auf hohem Niveau von etwa 60.000 Festivalbesuchen eingespielt. Einbezogen sind dabei die gesamten verkauften Kinokarten, die Kinobesuche der rund 600 Akkreditierten, der Ehrengäste, die vielen Hundert Kinderfilmbesuche und die Nutzung der „digital library“ des Festivalprogramms durch die Fachgäste.

Der "Hauptpreis von Mannheim-Heidelberg" erhielt 2013 der junge Regisseur Carlos Lechuga mit seinem Film MELAZA / MOLASSES (Kuba/Frankreich/Panama). 


2012

Niki Karimi

„Leben! Aber wie?“ stand auf den Programmheften. Diese Frage prägte das Programm des 61. Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg und lud im Jahr 2012 ein, gemeinsam auf die Suche zu gehen. Über 28 Filme aus insgesamt 26 Ländern wurden vorgestellt. Ergänzt wurde das Programm durch eine Sonderreihe, die unter anderem Krzysztof Kieslowskis Werk gewidmet war.

Den Hauptpreis von Mannheim-Heidelberg erhielt in diesem Jahr FINAL WHISTLE von Niki Karimi (Iran).

Mit Begeisterung wollte das Publikum völlig unbekannte neue Spielfilme junger Kinokünstler aus aller Welt sehen und füllte mit großem Andrang die Festivalkinos von Mannheim und Heidelberg. 58.000 Besucher und rund 800 Branchengäste verzeichnete die 61. Ausgabe des Festivals im Jahr 2012.

 

 


2011

Andreas Dresen

Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb von Mannheim- Heidelberg 15 Spielfilme, sowie 18 im Bereich Internationale Entdeckungen und 6 Filme in der besonderen Reihe

Der Master of Cinema Award geht zum 60. Jubiläum des Internationalen Filmfestivals an Andreas Dresen, während der Große Preis von Mannheim-Heidelberg an Darragh Byrnes PARKED aus Irland verliehen wird. 

Die internationale Jury besteht diesmal aus: Granaz Moussavi, Iran - Frédérique Westhoff, Belgien - Hans Christoph Blumenberg, Deutschland


2010

Der Große Preis von Mannheim Heidelberg geht an 10 1/2 von Daniel Grou aus Kanada. Der Spezialpreis der internationalen Jury geht an Siyah Beyaz (Black and White), Ahmet Boyacioglu, Türkei. Rainer Werner Fassbinder-Preis geht an Xun Huan Zuo Le (The High Life), Zhao Dayong, China.


Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb von Mannheim Heidelberg 15 Spielfilme, sowie 10 im Bereich Internationale Entdeckungen.


In der Internationalen Jury: Cynthia Beatt, Deutschland - Clemens Klopfenstein, Schweiz - Stefan Laudyn, Polen.


2009

Atom Egoyan

Atom Egoyan, der 1984 seinen ersten Film als Newcomer in Mannheim präsentierte, kehrt zurück und wird als Master of Cinema geehrt. Edgar Reitz zeigt seine restaurierten Filmwerke Die Stunde Null und Die Reise nach Wien. Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb von Mannheim-Heidelberg 17 Spielfilme, in der Reihe Internationale Entdeckungen 8 Filme. Sonderreihen: FestivalperlenLiebesgeschichten aus einem verschwundenen Land (jeweils 7 Filme). 


In der Internationalen Jury: Johanna ter Steege, Niederlande - Loic Magneron, Frankreich - Willi Winkler, Deutschland


2008

Der Filmkulturpreis wird zum ersten Mal verliehen. Der undotierte Preis geht an Institutionen, Unternehmen und Einzelpersonen, die sich über die Jahre hinweg kontinuierlich verdient gemacht haben um die Filmkultur in Deutschland.


Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb von Mannheim-Heidelberg 18 Spielfilme, in der Reihe Internationale Entdeckungen 14 Filme. Sonderreihen: Starke Zeiten, Ein Festival des deutschen Films.


Der Große Preis von Mannheim-Heidelberg geht in diesem Jahr an Lluvia von Paula Hernández, Argentinien. 


In der Internationalen Jury: Edgar Reitz, Deutschland - Jaana Puskala, Finnland - Raisa Fomina, Russland - Martin Paul-Hus, Kanada, Alexander Bohr, Deutschland.


2007

Wegen Renovierungsarbeiten findet das Festival in diesem Jahr nicht im Stadthaus, sondern an den Rheinterrassen statt. Zum ersten Mal werden die Filme auch mit deutschen Untertiteln gezeigt. Kurzfilme werden ab 2007 nicht mehr gezeigt.

Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb von Mannheim-Heidelberg 17 Spielfilme, in der Reihe Internationale Entdeckungen 14 Filme. Sonderreihen: Neue Filme aus China, Ingmar Bergmann, Filmkunstpreis für Fernsehen in Deutschland.

In der Internationalen Jury: Hanna Lee, Korea - Thomas Mauch, Deutschland - Frank Westra, Niederlande.


2006

Aleksandr Sokurov wird 2006 mit dem Master of Cinema Award geehrt. Zu seinen Ehren präsentiert das Festival fünf Filme des Regisseurs: Taurus, Russian Ark, Father and Son, Moloch und Days of Darkness. 


Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb von Mannheim-Heidelberg 20 Spielfilme und 8 Kurzfilme, in der Reihe Internationale Entdeckungen 18 Filme, in der Reihe Special Screenings 4 Filme. Hinzu kommen 7 Filme zur Erinnerung an Krzysztof Kieslowski.


In der Internationalen Jury: Labina Mitevska, Slowenien - Margit Vremmert, Estland - Lou Ye, China - Thierry Vandersanden, Belgien


2005

Das Festival des deutschen Films in Ludwigshafen wird in Initative des Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg gegründet. 

Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb von Mannheim-Heidelberg 20 Spielfilme und 12 Kurzfilme, in der Reihe Internationale Entdeckungen 12 Filme, in der Reihe Special Screenings 9 Filme. Hinzu kommen 7 Filme des Festival des deutschen Films.

In der Internationalen Jury:
Claudia Begdoni, Italien - Miguel Pereira, Argentinien - Veit Heiduschka, Österreich - Micha Schiwow, Schweiz - Alexander Bohr, Deutschland


2004

Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb 22 Spielfilme und 6 Kurzfilme, in der Reihe International Discoveries 18 Filme, in der Reihe Special Screenings 5 Filme.

Die deutschen Filmemacher Edgar Reitz und Wim Wenders werden als Master of Cinema ausgezeichnet. Edgar Reitz präsentiert seinen kompletten Filmzyklus Heimat. Wim Wenders ist mit seinen neusten Spielfilm Land of Plenty und dem knapp fünfstündigen Directors Cut des Films Bis ans Ende der Welt vertreten.

In drei Programmen präsentiert sich die London Film School als Ort für den kreativen Filmnachwuchs.

Als Teil der MANNHEIM MEETINGS werden die 2003 etablierten Mannheim Sales & Distribution Meetings erfolgreich fortgesetzt.  

Der Internationalen Jury gehören an: Lissy Bellaiche, Dänemark – Tiziana Soudani, Schweiz – L.M. Kit Carson, USA –Dan Boyd, England – Henry Arnold, Deutschland


2003

Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb 23 Spielfilme und 8 Kurzfilme, in der Reihe International Discoveries 15 Filme. Der chilenische Filmemacher Raoul Ruiz wird als Master of Cinema ausgezeichnet und mit einer Werkschau von 7 Filmen präsentiert.

Eine Sonderreihe mit neuen deutschen Lang- und Kurzfilmen macht auf eine neue Generation von Filmemachern aus Deutschland aufmerksam, darunter Christoph Hochhäusler mit seinem abendfüllenden Erstlingsspielfilm Milchwald.

Im Rahmen der Mannheim Meetings findet ein Symposium Arthouse is for Everyone statt. The Art of Distribution” statt.  Als neuer Teil der MANNHEIM MEETINGS werden die Mannheim Sales & Distribution Meetings erfolgreich etabliert.

Der Internationalen Jury gehören an: Carola Regnier, Deutschland  – Eva Vézer, Ungarn – Juliette Duret, Belgien – Jeff Nuyts, Italien, Martin Paul-Hus, Kanada


2002

Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb 23 Spielfilme und 9 Kurzfilme, in der Reihe Internationale Entdeckungen 10 Filme, in der Reihe Special Screenings 5 Filme, in der Reihe Kinderfilme 7 Filme und 3 Neue Türkische Filme.

Der chinesische Filmemacher Zhang Yimou wird als Master of Cinema ausgezeichnet und mit einer Werkschau von 8 Filmen präsentiert.

Der deutsche Animationsfilmer und Maler Jochen Kuhn ist in einem Sonderprogramm mit sechs Filmen vertreten.

Im Rahmen der Mannheim Meetings findet ein Symposium The Art of Distribution statt.  Es beschäftigt sich sich neuen Distributionskonzepten für den Verleih von Arthouse-Filmen in West- und Osteuropa.  

Der Internationalen Jury gehören an: Trine Dyrholm, Dänemark – Margarita Segui, Frankreich – Karen Moon, Korea – Jaana Puskala, Finnland –Thomas Mai, Deutschland


2001

Das 50. Jubiläum des Festivals wird mit über 60.000 Besuchern und über 1000 Fachbesuchern gefeiert. 

Gezeigt werden im Internationaler Wettbewerb 25 Spielfilme und 16 Kurzfilme, in der Reihe Internationale Entdeckungen 21 Filme.

Ein Symposium The Art of Distribution widmet sich neuen Distributionskonzepten für den Verleih von Arthouse-Filmen.

Im Jubiläumsprogramm Damals & Heute zum 50sten Festivalgeburtstag werden Filme von Henning Carlsen Vera Chytilová, Rainer Werner Fassbinder, Krzysztof Kieslowski, Jeanine Meerapfel, Jan Nemec, Volker Schlöndorff, Daniel Schmid, Adolf Winkelmann und Krzysztof Zanussi gezeigt, jeweils ein Film, mit dem diese Regisseure in Mannheim bekannt wurden und eine jeweils aktuelle Produktion.

In der Reihe Mannheim Meetings Results werden 6 Filme gezeigt, in der Reihe Neue Kinderfilme fünf Beiträge, in der Reihe Neue Türkische Filme vier Arbeiten.

Der Internationalen Jubiläumsjury zum 50sten Festivaljahrgang gehören an:
Vera Chytilova, Tschechien - Henning Carlsen, Dänemark – Toril Simonsen, Norwegen - Willmar Andersson, Schweden – Werner Dütsch, Deutschland - Eckart Stein, Deutschland - Peter Lilienthal, Deutschland - Ruud Monster, Niederlande


2000

Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb 16 Spielfilme, 5 Dokumentarfilme und 12 Kurzfilme, in der Reihe Internationale Entdeckungen 14 Filme.

Darüberhinaus im Programm 5 Kinderfilme; 3 neue türkische Filme; Sonderprogramm Buenas Vistas. Neue Filme aus Lateinamerika; eine Werkschau der Koreanischen Filmakademie; eine Reihe mit Filmen der Mannheim Meetings Results; ein Sonderprogramm Die Kunst des Kinos mit Filmen von Daniel Schmid und Clemens Klopfenstein. 

Der Internationalen Jury gehören an: Peggy Chiao, Taiwan - Katayoon Shahabi, Iran - Jutta Brückner, Deutschland - Jan Erik Holst, Norwegen - Jean Lefebvre, Kanada


1999

Das Filmfestival ändert sein Gesicht - nicht sein Profil: Rot und Gelb werden die neuen Farben. Zum Stichwort "Öffentlichkeitsarbeit" muss auch gesagt werden, dass das Programm der Veranstaltung, die Festival Illustrierte, von nun an in eigener Herstellung erscheint und mit einer Auflage von über 100.000 kostenlos vertrieben wird.

Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb 14 Spielfilme, 5 Dokumentarfilme und 14 Kurzfilme, in der Reihe Internationale Entdeckungen 15 Filme.Darüberhinaus im Programm:Eine Hommage “An Independent Life” an Otar Iosseliani; 5 Kinderfilme; 3 neue türkische Filme; Tagung des Verbands der deutschen Filmkritik zum Thema Verleiher, Agenturen und die Filmkritik. 

Der Internationalen Jury gehören an: Johanna ter Steege, Niederlande - Otar Iosseliani, Frankreich - Wolfram Schütte, Deutschland - Pierre Yaméogo, Frankreich - Alexander Horwath, Österreich


1998

Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb 13 Spielfilme, 5 Dokumentarfilme und 12 Kurzfilme, in der Reihe Internationale Entdeckungen Filme aus Europa und den USA.

Darüberhinaus im Programm: eine Werkschau der Filmschule Amsterdam; 6 Special Screenings; ein Hommage “An Independent Life” an Theo Angelopoulos; 3 Kinderfilme; 3 neue türkische Filme; Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Filmjournalisten zum Thema “Filmjournalismus im Fernsehen”.

Der Internationalen Jury gehören an: Krystyna Janda, Polen - Francine Brücher, Frankreich - Thorfinnur Omarsson, Island - Chidananda Das Gupta, Indien - Peter Lilienthal, Deutschland


1997

Der Projekt-Markt, der jetzt ebenfalls Filme aus Europa berücksichtigt, wird integraler Bestandteil des Festivals, und die anvisierten Treffen von Filmemachern und (Ko-) Produzenten werden fortan unter dem Namen Mannheim Meetings laufen. Märkte dieser Art gibt es weltweit nur an wenigen Orten für Filme: Rotterdam, Pusan, New York.

Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb 20 Spielfilme, 5 Dokumentarfilme und 17 Kurzfilme, in der Reihe Internationale Entdeckungen Filme aus Osteuropa, Japan, Nordeuropa, Iran und den USA.

Darüberhinaus im Programm: eine Werkschau der Filmschulen in Jerusalem und in Kassel; 12 Special Screenings; ein Sonderprogramm Road Movies; 8 Kinderfilme; 4 neue türkische Filme und der Projekt-Markt Mannheim-Heidelberg.

Der internationale Filmkritikerverband FIPRESCI veranstaltet ein Seminar zum ThemaFilmkritik und Internet.

Der Internationalen Jury gehören an: Ilse Hughan, Niederlande - Mani Kaul, Indien - Lisa Kreuzer, Deutschland - James M. Quandt, Kanada - Marek Rozenbaum, Israel


1996

Neben dem Wettbewerb etabliert sich die neue und wichtige Sektion Internationale Entdeckungen.

Gezeigt werden im Internationaler Wettbewerb 22 Spielfilme, 6 Dokumentarfilme und 17 Kurzfilme, in der Reihe Internationale Entdeckungen 17 Filme.

Sonderprogramm US-Independents mit 7 Filmen; Kino-Schauplatz Republik Korea; A Trip to the Sixties - German Films; Neue Türkische Filme; 10 Kinderfilme; Seminar der FIPRESCI; Projekt-Markt Mannheim-Heidelberg.

Der Internationalen Jury gehören an: 
Emily Russo, USA - Leonardo Henriquez, Venezuela - Dr. Eva Zaoralová-Hepnerová, Tschechien - Fridrik Thor Fridrikson, Island - Eckart Stein, Deutschland


1995

Die "Exclusion List" wird eingeführt. Damit werden die Teilnahmebedingungen für Filme im Wettbewerb weiter verschärft: Die Film dürfen nirgendwo in Deutschland, noch in Cannes, Venedig, Berlin, San Sebastian und anderen Festivals gelaufen sein.

 

Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb 27 lange Filme und 8 Kurzfilme, in der Reihe Independent Highlights 17 Filme.

 

7 Special Screenings; Sonderprogramm US-Independents mit 8 Filmen; Hommage An Independent Life an Marguerite Duras, John Cassavetes und Alexander Kluge; Türk Film Festivali mit 7 Filmen; 10 Kinderfilme; Seminar der FIPRESCI; Sonderveranstaltungen 30 Jahre Kuratorium Junger Deutscher Film und 40 Jahre Confédération Internationale des Cinémas d’Art et d’Essai.

 

Der Internationalen Jury gehören an: 
Karen Shaknazarov, Russland - Laura Ruiz, Mexiko - Dr. Peter Sehr, Deutschland - Michelle Byrd, USA - Willmar Andersson, Schweden.


1994

Erstmals findet das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg statt. Der SchauPlatz trägt den Namen Kino im Krieg und führt den Untertitel Autorenfilme, die eingreifen, womit ein direkter Bezug zum Bürgerkrieg in Ex-Jugoslawien hergestellt werden soll. 

Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb 28 lange Filmen und 14 Kurzfilme,International Highlights mit 18 Filmen.

Darüberhinaus: Werkschau der Filmakademien Lodz, der Escuela Internacional del Cine e TV San Antonio de los Banos, Cuba, der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin; Türk Film Festivali mit 9 Filmen; Sonderprogramm Filmstadt Heidelberg; 10 Kinderfilme.

Der Internationalen Jury gehören an:
Robert Glinski, Polen - Kirsi Tykkyläinen, Finnland - Andre Bennett, Kanada - Yvonne Lenzlinger, Schweiz - Wolfgang Kohlhaase, Deutschland


1993

Krisenjahr in der Geschichte des Festivals: Von Finanzsorgen geplagt ziehen die Verantwortlichen der Stadt ernsthaft in Erwägung, die Veranstaltung abzuschaffen. Nur dem persönlichen und couragierten Einsatz von Festivalleiter Dr. Kötz, des Kodirektors Lutz Beutling, des SPD-Fraktionschefs Dr. Peter Kurz (sowie einigen glücklichen Zufällen) ist es zu verdanken, dass das Festival überlebt. Als Glücksfall erweist sich in dieser schweren Zeit die Mitarbeit von Christian Berg, der die Organisation des Festivals und auch in vielerlei anderer Hinsicht Verantwortung übernimmt - hierzu zählt sowohl die Suche nach Sponsoren als auch der Versuch, neue Kooperationen aufzubauen. Allerdings zieht sich Lutz Beutling aus der kaufmännischen Leitung der Veranstaltung zurück. Eine Lösung für das in seiner Existenz bedrohte Festival wird schließlich gefunden: Als "alternatives Finanzierungskonzept" wird die Einbindung der Stadt Heidelberg in das Festival angestrebt.

Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb 25 lange Filme und 16 Kurzfilme, darüberhinaus International PreviewsRetrospektive Ingmar BergmanTürk Film Festivalimit 7 Filmen; 3 Kinderfilme; Werkschau der Filmakademie Ludwigsburg.

Der Internationalen Jury gehören an: 
Shabana Azmi, Indien - Wolf Donner, Deutschland - Renee Goddard, Großbritannien - Joaquim Pinto, Portugal - Anna Lena Wibom, Schweden


1992

Dr. Michael Kötz, bisher künstlerischer Direktor des SchauPlatz, wird nun künstlerischer Direktor des Festivals. Er übernimmt die Direktion von Fee Vaillant, die das Festival seit fast 20 Jahren leitete. 

Das Festival findet in diesem Jahr im November statt.  Das obsolet gewordene Logo "Filmauge" als Erkennungszeichen des Festivals weicht dem "Fingerabdruck".

Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb 27 lange Filme und 22 Kurzfilme; 8 Filme aus der Türkei, 4 Kinderfilme, sowie die Werkschau des Filmbüro Baden-Württemberg  findet in den Nebenreihen statt.

Der zweite SchauPlatz heißt "Liebesgeschichten". „Warum kann das Kino nicht aufhören, von der Liebe zu erzählen? Weil die Liebe so beliebt ist? Oder hat die Liebe, der Blickwechsel der Verliebten, grundsätzlich etwas mit der Magie des Kinos gemeinsam?“ Es sprechen (in einem Saal mit viel wehendem Stoff und Spiegeln) Jutta Brückner, Michael Mechel, Friederike Hassauer und Peter Roos, Bernd Nitzschke, Rainer Gansera, Claudia Gehrke, Michael Kötz. Die dazugehörigen Vorträge tragen Titel wie Paare, Passagiere und Trittbrettfahrer (von Bernd Nitzschke) oder Die Liebe im Autorenfilm (von Rainer Gansera).

Der Internationale Jury gehören an: 
Ildiko Enyedi, Ungarn - Clemens Klopfenstein, Schweiz - Dore O., Deutschland - Mario Aguinaga Ortuno, Mexiko – Dieter Weihl, Deutschland


1991

Die Internationale Filmwoche erhält einen neuen Namen: Internationales Film Festival Mannheim. Dies ist jedoch nicht die einzige Neuerung in diesem Jahr. Mit Dr. Michael Kötz, Journalist und Filmwissenschaftler aus Frankfurt am Main, erhält das Festival zu seinem 40. Jubiläum - neben einem neuen Namen - zusätzlich einen weiteren künstlerischen Leiter. Als wesentliche Neuerung ergibt sich in diesem Jahr die Einführung des sogenanntenSchauPlatz, einem Forum für die Kunst des Kinos, das neben den Wettbewerb tritt, ohne Konkurrenz für diesen darstellen zu wollen. 

Gezeigt werden 36 Filme im Internationalen WettbewerbSchauPlatz zum Thema "Hunger nach Sinn" mit Filmen, Vorträgen, Theater und Diskussionsrunden; Filme von Jochen Kuhn; Retrospektive zum 40. Bestehen der Filmwoche; 6 Filme aus der Türkei; 10 Kinderfilme; Round-Table-Gespräch zum interkulturellen Dialog.


Der Internationalen Jury gehören an: Rudij Bergmann, BRD - Henning Carlsen, Dänemark - Shoma A. Chatterij, Indien - Dusan Hanak, CSFR - Andrée Tournès, Frankreich


1990

Fee Vaillant, künstlerische Direktorin seit 20 Jahren, kündigt ihren Rücktritt an. Ihr Nachfolger: Dr. Michael Kötz, Filmkritiker aus Frankfurt/Main.

Gezeigt werden im Internationaler Wettbewerb 48 Filme; in der SonderreiheRegisseurinnen der drei Kontinente 13 Filme (mit Round-Table-Gespräch Frauen und Medien in den drei Kontinenten); 6 Filme aus der Türkei; 5 Kinderfilme; in der Werkschau Baden-Württemberg 16 Filme.

Der Internationalen Jury gehören an: 
Alexander Askoldov, UdSSR - Lynda Hansen, USA - Kurt Stenzel, BRD - Vladimir Ignatovski, Bulgarien - Nejia Ben Mabrouk, Belgien - Lino Micciché, Italien - Helga Schütz, DDR


1989

Gezeigt werden 39 Filme im Internationaler Wettbewerb, 7 Filme in der Informationsschau, 10 Filme in den Ad-hoc-Vorstellungen, 4  Kinderfilme, 15 Filme in derWerkschau Baden-Württemberg, 6 Filme aus der Türkei.

Darüberhinaus findet eine Sonderreihe 50 Jahre Canadian Film Board statt mit 24 Filmen, Entwicklungspolitisches Round-Table-Gespräch zum Thema Co-Produktion und Kreativität.

Der Internationalen Jury gehören an: 
Rashmi Doraiswamy, Indien - Peter W. Jansen, BRD - Jean Lefebvre, Kanada - Konstantin Lopuschanskij, UdSSR - Helga Reidemeister, BRD - Annelie Thorndike, DDR


1988

Zum fünften Mal findet das Dritte-Welt-Seminar statt, dieses Mal unter dem TitelInterkultureller Dialog der drei Kontinente, in dessen Zusammenhang ein regelmäßig erscheinendes Bulletin entwickelt wird. Die Mannheimer Round-Table-Gespräche sind mittlerweile zu einem berühmten Treffpunkt sowohl in den sogenannten Entwicklungsländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas geworden wie unter europäischen Filmprofis, die sich auf Kooperationen mit diesen Ländern spezialisiert haben. Beständiger Motor und Moderator dieser Seminare ist der Schweizer Ambros Eichenberger.

Seit Januar 1988 ist der Kommunalpolitiker (mit Ausbildung als klassischer Opernsänger) Lutz Beutling in Mannheim als neuer Verwaltungsdirektor des Nationaltheaters und damit traditionell zugleich Kodirektor der Filmwoche (wie der 1987 verstorbene Hanns Maier, der dieses Amt von 1973 an innehatte, nachdem er bereits seit 1961 organisatorischer Leiter der Filmwoche war).

Gezeigt werden 45 Filme im Internationalen Wettbewerb, 9 Filme in der Informationsschau, 9 Filme in den Ad-hoc-Vorstellungen, 5  Kinderfilme, Werkschau Baden-Württemberg mit 10 Filmen, Sonderprogramm Europäische Filmregisseurinnen mit 14 Filmen, Filme aus der Türkei, Entwicklungspolitisches Round-Table-Gespräch.

Der Internationalen Jury gehören an: 
Oswald Armbruster, BRD - Lisbeth Lindeborg, BRD - José Vieira Marques, Portugal - Andrej S. Plachov, UdSSR - Ingrid Scheib-Rothbart, USA - Ulrich Freiherr von Thüna, BRD - Jacqueline Veuve, Schweiz - Betty Wolpert, Großbritannien


1987

1987 präsentiert die Filmwoche zum ersten Mal sechs Filme aus der Türkei und ermöglicht Gespräche mit den Regisseuren dieser Filme. Die Reihe wird in den folgenden Jahren weiterbestehen und zu einem kleinen, aber wichtigen Bindeglied des Festivals mit den zahlreichen Türken werden, die in Mannheim leben. Kanber Altintas wird diese Reihe, später mit dem Titel Türk Film Festivali in den neunziger Jahren mit großem Erfolg leiten.

Im Alter von 62 Jahren stirbt Hanns Meier, hauptberuflich Verwaltungsdirektor des Nationaltheaters, der 26 Jahre lang wesentlich das Profil des Festivals mitbestimmt und dessen Fortbestehen gesichert hatte. Verwicklungen, welche die Existenz des Festivals bedrohen, ergeben sich vor allem deshalb, weil die Frage der Nachfolge von Hanns Meier auch vor dem Hintergrund der Erfordernisse des Nationaltheaters diskutiert werden muss. Ende des Jahres tritt dann Lutz Beutling das freigewordene Amt an.

Gezeigt werden 32 Filme im Internationalen Wettbewerb, 8 Filme in der Informationsschau, 3 Filme in den Ad-hoc-Vorstellungen, im Wettbewerb Dritte Welt 11 Filme und Seminar, 4  Kinderfilme.

Ein Seminar zum Interkulturellen Dialog Nord-Süd, Süd-Süd, Werkschau Baden-Württemberg mit 11 Filmen findet statt sowie Sonderreihen AIDS-Filme mit 9 Filmen, Der türkische Film mit 5 Filmen und Britische Filmworkshops mit 6 Filmen.

Der Internationalen Jury gehören an: 
Percy Adlon, BRD - Eve Bonfanti, Belgien - Heide Génee, BRD - Ömer Kavur, Türkei - Wolfgang Lesowsky, Österreich - Eldar Schengelaja, UdSSR - Béla Tarr, Ungarn


1986

Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb 38 Filme, in der Informationsschau 7 Filme, in den Ad-hoc-Vorstellungen 16 Filme, im Wettbewerb Dritte Welt 10 Filme, im Kinderfilmprogramm 5 Filme, in der Werkschau Baden-Württemberg 18 Filme.

Das Seminar Chancen und Schwierigkeiten im Dokumentarfilmschaffen der Dritten Welt, findet statt, sowie die Sonderreihen Der neue brasilianische FilmAktion Kino im Capitol,Kino neben dem Kino im "Nomadenzelt" auf dem Paradeplatz. 

Der Internationalen Jury gehören an: 
Milutin Colic, Jugoslawien - Lana Gogoberidze, UdSSR - Wolfgang Landgraeber, BRD - Irene Lilienheim-Angelico, Kanada - Andreas Pantzis, Griechenland - Edna Politi, BRD - Jörgen Roos, Dänemark


1985

Erhebliche Kürzungen des Etats bedrohen 1984/1985 die Existenz des Festivals. Die Verantwortlichen, Fee Vaillant und Hanns Meier, drohen mit Rücktritt. Nicht zuletzt dank der Protestartikel in den Zeitungen sowie den Wertschätzungen in den anderen Medien werden die Einsparungen letztendlich rückgängig gemacht. Die Veranstaltung trifft weiterhin auf großen Zuspruch: 23.000 Zuschauer werden gezählt, 20 Fernseh- und Radioprogramme berichten über die Mannheimer Filmwoche.

Gezeigt werden mit 36 Filme im Internationalen Wettbewerb, 8 Filme in derInformationsschau, 10 Filme in den Ad-hoc-Vorstellungen, 10 Filme im Wettbewerb Dritte Welt und Seminar, 4  Kinderfilme, 10 Filmen in der Werkschau Baden-Württemberg.

Das Seminar Film und Nationale Entwicklung in den Ländern der Dritten Welt gibt auch Gelegenheit zum "Süd-Süd-Dialog": Afrika - Lateinamerika. Es geht um "nationale Identität im Rahmen der Internationalität", sagt Fernando Birri, der berühmte kubanische Regisseur und langjährige Freund der Filmwoche.

Der Internationalen Jury gehören an: 
Johannes Flütsch, BRD - Wolfgang Kohlhaase, DDR - Prema Karanth, Indien - Maria Kwiatkowska, Polen - Gertrud Giulia-Pinkus, Schweiz - David Robinson, Großbritannien


1984

Für mehrere Jahre findet neben dem Internationalen Wettbewerb ein Wettbewerb Dritte Welt in Mannheim statt, ausgestattet mit einem Preis von DM 10.000. Begründet mit der Annahme, das Filmschaffen der "Dritten Welt" sei mit dem der "Ersten" und der "Neuen" Welt nicht vergleichbar, war diese Zweiteilung wegen der damit praktizierten "Ghettoisierung" von Anfang an bei Filmemachern und Jurymitgliedern umstritten.

Ein Seminar Filmschulen der 3. Welt findet erstmals in Deutschland auf dem mannheimer Festival statt - mit weltweiter Beteiligung und einem starken Echo. Filmschulen aus Brasilien, Kuba, Mexiko, Malaysia, Indien, Jamaika, Kenia u. v. a. beteiligen sich mit Filmbeispielen, die die Grundlage der Gespräche werden. Die Seminarleitung hat Ambros Eichenberger.

Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb 33 Filme, in der Informationsschau 14 Filme, in den Ad-hoc-Vorstellungen 6 Filme.

Ein Wettbewerb Dritte Welt mit 8 Filmen und Begleitseminar findet statt; 4 Kinder- und Jugendfilme werden gezeigt, eine Werkschau Baden-Württemberg mit 8 Filmen, Sondertagung Film und Jugend, Reihe Klassiker der Filmgeschichte.


Der Internationalen Jury gehören an: 
Inna Tschurikowa, UdSSR - Livia Gyarmathy, Ungarn - Rudolfo Kuhn, Spanien - Pierre Perrault, Kanada - Max Willutzki, BRD


1983

Ein neuer Preis wird in Bonn gestiftet: Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit bewilligt DM 10.000 für Filme aus Ländern der "Dritten Welt".

Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb 42 Filme, in der Informationsschau 12 Filme, in den Ad-hoc-Vorstellungen 12 Filme sowie 13 Kinder- und Jugendfilme. Sonderwettbewerb Junge Filmländer mit 11 Filmen, Retrospektive Pier Paolo Pasolini mit 19 Filmen, Ausstellung mit Zeichnungen und Gemälden Pier Paolo Pasolinis,Werkschau des Filmbüros Baden-Württemberg mit 13 Filmen, Werkschau des Filmbüros Nordrhein-Westfalen mit 7 Filmen.

Der Internationalen Jury gehören an: 
Jutta Brückner, BRD - Zdenek Flidr, CSSR - Taieb Louhichi, Frankreich - Claire Pollak, Großbritannien - Ulrich Stein, BRD - Alexander Tichoff, Bulgarien


1982

Gezeigt werden im Internationaler Wettbewerb 34 Filme, in der Informationsschau 9 Filme, in den Ad-hoc-Vorstellungen 11 Filme, 16 Kinder- und Jugendfilme.

Nachdem bereits ab Ende der 1970er Jahre Filme aus der sogenannten "Dritten Welt" im Mannheimer Festivalprogrammrepertoire zunehmend Beachtung finden (in Retrospektiven wie  Der Afrikanisch-Arabische Film und Das Neue Kino Südostasiens) wird in diesem Jahr eine Retrospektive des Chinesischen Films mit 22 Filmen und Begleitseminar vearnstaltet.


Darüberhinaus: Werkschau Baden-Württemberg mit 9 Filmen, Sondertagung Jugend und FilmAnläßlich des Todes von Rainer Werner Fassbinder werden noch einmal seine Filme „Katzelmacher“ (1969) und Satansbraten (1976) gezeigt.


Der Internationalen Jury gehören an: 
Vadim Glowna, BRD - Elem Klimov, UdSSR - Jeanine Meerapfel, BRD - Barbara Sass, Polen - Salah Abu Seif, Ägypten


1981

Rainer Werner Fassbinder präsentiert seinen einzigen Dokumentarfilm Theater in Tranceauf dem Festival.


Gezeigt werden im Internationalen Wettbewerb 38 Filme, in der Informationsschau 13 Filme, in den Ad-hoc-Vorstellungen 13 Filme, es gibt Vorstellungen für Kinder und Jugendliche mit 16 Filmen, ein Jubiläumsprogramm zum 30jährigen Bestehen derMannheimer Filmwoche mit 14 Filmen. Rainer Werner Fassbinder präsentiert hier seinen einzigen Dokumentarfilm: Theater in Trance, entstanden beim Festival Theater der Welt in Köln.


Das Sonderprogramm Deutscher Nachwuchsfilm wird organisiert vom Verband Deutscher NachwuchsfilmVerband der Filmarbeiterinnen und der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm. Gezeigt werden Filme, Videos und Super-Acht-Filme, erste Arbeiten von Jochen Kuhn, Urs Breitenstein, Lilly Grothe, Fosco Dubini, Pia Frankenberg, Roswitha Ziegler, Pola Reuth, Rosy S. M., Michael Klier.

 

Der Internationalen Jury gehören an: 
Miguel Bejo, Frankreich - Clara Burckner, BRD - Karpo Godina, Jugoslawien - Istvan Szabó, Ungarn - Adolf Winkelmann, BRD - Edwin Zbonek, Österreich.


1980

Jim Jarmusch erhält den Josef von Sternberg-Preis für seinen Film Permanent Vacation. Der Film - eine erste vollständige "Independent-Produktion" aus den USA war bei der ursprünglichen Programmauswahl nicht berücksichtigt worden und erst durch das Engagement der sogenannten "Nachlese-Jury" – aus der Informationsschau in den Wettbewerb gelangt.

Gezeigt werden 30 Filme im Internationalen Wettbewerb, 18 Filme in der Informationsschau, 17 Filmen in den Ad-hoc-Vorstellungen. Darüberhinaus: Programmreihe Der Film Lateinamerikas. Mit 25 Filmen aus Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Nicaragua, Peru, Venezuela und Uruguay stellt das Festival das aktuelle Filmschaffen eines ganzen Kontinents vor. Zahlreiche Referenten berichten dazu über die Filmsituation in den einzelnen Ländern. Begleitend zur Retrospektive und zum Seminar erscheint ein umfangreicher Reader in deutscher und spanischer Sprache.

 

Der Internationalen Jury gehören an: 
Selma Baccar, Tunesien - Marlies Graf, Schweiz - Dietrich Kuhlbrodt, BRD - Saul Landau, USA - Stanislaw Lubschin, UdSSR - Boleslaw Michalek, Polen


1979

Sonderprogramm Der Film Indiens und Südostasiens mit 22 Filmen und Begleitseminar. 50 internationale Fachleute und 6 Referenten diskutierten während der Filmwoche in einem Begleitseminar zur Retrospektive über gesellschaftliche und kulturelle Hintergründe des Filmschaffens in Indien und Südostasien und versuchten, neue Marktchancen für das Filmschaffen dieser Regionen auszuloten. In einer abschließenden Erklärung forderten sie unter anderem mehr und bessere Sendezeiten im Fernsehen, eine größere Förderung der beteiligten nichtkommerziellen Verleiher, eine flexiblere Marktpolitik der Lizenzhändler, den Aufbau eines unabhängigen Verleih- und Spielstellennetzes und Maßnahmen zur Verbesserung der Information und Kommunikation über Filme der sogenannten „Dritten Welt“.

Gezeigt werden 29 Filme im Internationaler Wettbewerb (darunter drei Uraufführungen neuer deutscher Filmautoren und eine deutsch-schweizerische Koproduktion), 18 Filme in der Informationsschau, 20 Filme in den Ad-hoc-Vorstellungen.  Des weiteren findet eine Sondertagung Jugend und Film statt, sowie Kinder- und Jugendvorstellungen mit 16 Filmen. Der Auswahlausschuß konstatiert, dass unter den Einreichungen Animationsfilme, Experimentalfilme und rein dokumentarische Filme fast ganz verschwunden sind.

Eine rekonstruierte Fassung von Que viva Mexico von Sergej M. Eisenstein, hergestellt 1979 von Grigory Alexandrov, Studio Mosfilm, wird aufgeführt. Der Film blieb Anfang der 1930er Jahre unvollendet und das ungeschnittene Material über die ganze Welt verstreut.

Der Internationale Jury gehören an: Gabor Body, Ungarn - Maja Borissova, Bulgarien - Ingemo Engström, BRD - Ahmed El Maanouni, Marokko - Louis Marcorelles, Frankreich


1978

Neun Jahre nach der ersten Vorstellung afrikanischer Filmregisseure auf dem Mannheimer Festival 1969 widmete sich die Retrospektive von 1978 wiederum dem schwarzen Kontinent, dieses Mal unter Einbeziehung der arabischen Staaten. Unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit wurden um die 40 Titel gezeigt, in einem Begleitseminar diskutiert und in einer Broschüre dokumentiert - Auftakt für viele folgende Retrospektiven, Seminare und Wettbewerbsvorstellungen von "Dritte-Welt"-Filmen, eine Spezialität der Filmwoche in den 1970er und 1980er Jahren.

Gezeigt werden Filme aus 33 Ländern, darunter 11 Erstlingsspielfilme und 10 lange Dokumentarfilme.

Der Internationalen Jury gehören an: 
Peter Cargin, Großbritannien - Werner Dütsch, BRD - Safi Faye, Senegal - Gitta Nickel, DDR - Antonio Reis, Portugal - Dietrich Schubert, BRD - Larissa Schepitko, UdSSR.

1977

Die Filmwoche findet nach dem Umzug 1976 ins Kino Alhambra wieder in dem umgebauten Planken Kino-Center statt, jetzt mit 932 Plätzen in fünf Sälen.

Der Westdeutsche Rundfunk will die von ihm selbst produzierte Fernseh-DokumentationInformationen aus dem Hinterland von Jörg Gförer nicht ausstrahlen und verhilft damit der Filmwoche zu einem unerwarteten Publikumserfolg. Der Film, der die Undercover-Recherche von Günter Wallraff in der Hannoveraner Lokalredaktion der Bild-Zeitung beobachtet, kam wegen des riesigen Publikumsandrangs auf 18 Vorführungen. Das Interesse und die Nachfrage gingen quer durch Deutschland. Und das, obwohl der Film dem Auswahlausschuss gar nicht gut genug erschienen war, so dass er erst vermittels der „Nachlesejury“ im Wettbewerb landete, den er mit dem Sonderpreis für den besten Fernsehfilm für sich entschied.

Gezeigt werden 51 Filme aus 13 Ländern im Wettbewerb und der Informationsschau, darunter 11 Erstlingsspielfilme. Der Auswahlauschuss konstatierte in den eingereichten Beiträgen eine zunehmende Vermengung von Elementen des Dokumentarfilms mit denen des Spielfilms.
Darüberhinaus: Retrospektive Der Ungarische Film mit 26 Spielfilmen; SondertagungJugend und Film; Filme aus der VR China (Sondervorstellung); Diskussion Filmförderung in der Bundesrepublik - Ende oder Neubeginn.

Der Internationale Jury gehören an: 
Richard Dindo, Schweiz - Sergej Drobashenko, UdSSR - Dusan Hanak, CSSR - Brigitte Jeremias, BRD - Laila Mikkelsen, Norwegen

1976

Zum 25. Jubiläum kommen 600 akkreditierte Gäste. Allerdings herrscht eher Krisen- als Feierstimmung: "Leere Stuhlreihen zur Eröffnung" konstatiert die Lokalpresse. Der Oberbürgermeister der Stadt, Dr. Ratzel, bemerkt, "die Art und Weise der Durchführung der Filmwoche muss überdacht werden, (...) das Führungsproblem seit dem Tode von Walter Talmon-Gros ist nicht gelöst".

Gezeigt werden (aus ca. 200 eingereichten Filmen) 56 Filme aus 18 Ländern im Wettbewerb, davon 12 Erstlingsspielfilme, außerdem 5 Erstlingsfilme in der Informationsschau

Darüberhinaus eine Retrospektive 25 Jahre Mannheimer Filmpreisträger 1952 - 1976 mit 70 Filmen.

Der Internationalen Jury gehören an: 
Claudia Alemann, BRD - Judit Elek, Ungarn - Egon Günther, DDR - Helmut Herbst, BRD - Thomas Koerfer, Schweiz - José Vieira Marques, Portugal - George C. Stoney, USA

1975

Die Kopie des Films Personal, Debütspielfilm von Krzysztof Kieslowski, wurde in letzter Minute – als Handgepäck auf die Crew der polnischen Fluglinie verteilt und herausgeschmuggelt - aus Warschau nach Frankfurt geflogen. Kieslowskis Weltkarriere als Regisseur beginnt mit seiner Auszeichnung auf der Mannheimer Filmwoche

In der Reihe „Filme des Jahres wird u.a. gezeigt: Die Mitte der Welt, Alain Tanner, Schweiz. In einer Sondervorstellung wird der Film Die Bewohner des Bezirks Huihsen haben gute Arbeit geleistet des Pekinger Wochenschau- und Dokumentarfimstudios aus dem Jahr 1974 gezeigt. Ein Film, der die Erfolge der „großen proletarischen Kulturrrevolution“ in dieser Bergregion Chinas feiert.

Gezeigt werden insgesamt 75 Filme, davon 29 im Wettbewerb und 19 in der Informationsschau. Eingereicht waren über 200 Filme.

Der Internationalen Jury gehören an: 
Brian Baxter, Großbritannien - Liliane Dreyfus, Frankreich - Heikki Eteläpää, Finnland - Gerhard Labudda, BRD - Gyula Maar, Ungarn - Jerzy Plazewski, Polen

1974

Gezeigt werden 34 Filme aus 15 Ländern. Die Reihe Filme des Jahres präsentiert Daniel Schmids Spielfilm La Paloma (Schweiz), Otar Iosselianis Es war einmal eine Singdrossel(Georgien) und Christian Ziewers Schneeglöckchen blühen im September.

Der Internationalen Jury gehören an: 
Yu Jaraban, Japan - René Gilson, Frankreich - Henning Harmssen, BRD - Marianne Lüdcke, BRD - Márta Mészáros, Ungarn - Lyudmil Staikov, Bulgarien - Krzysztof Zanussi, Polen. 

1973

Zum ersten Mal beteiligt sich die Volksrepublik China in Mannheim offiziell an einem Filmfestival in der Bundesrepublik. Mit den drei Produktionen aus dem Chinesischen Zentralstudio für Wochenschau und Dokumentarfilme Peking kehrt, blickt man auf die Filmtitel, kurzzeitig der alte "Kulturfilm" ins Mannheimer Festivalprogramm zurück.

Die Filmtitel lauten: Die freizeitige Kindergymnastikgruppe in PekingZur Feier des 1. Mai des Internationalen Festtags der Werktätigen und Die Untersuchung der 2100 Jahre alten Leiche

Walter Talmon-Gros erleidet während der Filmauswahl für das Festival einen Gehirnschlag. Fee Vaillant, damals Geschäftsführerin des Verbands der Filmclubs in Deutschland und (seit 1967 im Auswahlausschuss), Mitarbeiterin des Festivals für das Programm, wird offiziell zur Stellvertreterin des Organisationschefs, Hanns Meier, ernannt, um die entstandene Lücke provisorisch zu füllen.

Gezeigt werden 61 Filme aus 24 Ländern. 36 Filme aus 18 Ländern im Wettbewerb, davon 16 Erstlingsspielfilme und lange Dokumentarfilme, in der Reihe Filme des Jahres u.a. La Maman et la putain von Jean Eustache.

 

Der Internationalen Jury gehören an: 
Mrinal Sen, Indien - Miguel Bejo, Argentinien - Karl-Jonatan Briel, BRD - Murray Grigor, Großbritannien - Jerzy Passendorfer, Polen - Dietmar Schmidt, BRD - Rudolf Sremec, Jugoslawien

1972

Gezeigt werden 107 Filme in 52 Vorstellungen, davon im Wettbewerb 10 erste abendfüllende Spielfilme, 4 lange Dokumentarfilme und 25 halblange und kurze Filme (von 216 eingereichten Filmen aus 28 Ländern).

Darüberhinaus im Programm: Filme des Jahres; Sondertagung Jugend und Film; Podiumsdiskussion zum Thema Nichtgewerbliche Spielstellen in Theorie und Praxis mit Ulrich Gregor (Freunde der Deutschen Kinemathek), Stephan Paul (Studentische Filmarbeitsgemeinschaft Stuttgart), Fee Vaillant (Arbeitskreis der Filmclubs), Dr. Kurt Joachim Fischer (Arbeitsgruppe Gemeindekino, Frankfurt).

Der Internationalen Jury gehören an:
Jerzy Kawalerowicz, Polen - Peter Basco, Ungarn - Wolf Donner, BRD - Ulrich Gregor, BRD - Paul Leduc, Mexico - Louis Marcorelles, Frankreich - Adolfas Mekas, USA

1971

Zum ersten Mal findet das Festival in den Planken-Lichtspielen Mannheims statt, in zwei Kinos mit insgesamt 1.500 Plätzen.

Gezeigt werden Filme aus 23 Ländern, davon 53 Filme im Wettbewerb (11 abendfüllende erste Spielfilme, 5 lange Dokumentarfilme und 37 halblange und kurze Filme) und 53 Filme in der Informationsschau. Darüberhinaus im Programm: Filme des JahresDie neuesten Filme Mannheimer Preisträger: mit Blanche von Walerian Borowczyk, Frankreich, Glen and Randa, Jim McBride, USA und Salome, Werner Schroeter, BRD; In memoriam Judit Vas, eine Reihe mit 13 Filmen der 1971 verstorbenen ungarischen Regisseurin; die Sondertagung Jugend und Film; eine Podiumsdikussion Pro und Conta Gemeinde-Kino.

Der Internationalen Jury gehören an: 
Stephen Dwoskin, Großbritannien - Richard Erny, BRD - Kurt Gloor, Schweiz - Roland Klick, BRD - Janusz Majewski, Polen - Felix Mariassy, Ungarn - Barbara Stone, USA.

1970

Gezeigt werden 11 erste abendfüllende Spielfilme, 11 weitere lange Filme und 31 Kurzfilme im Wettbewerb, außerdem 43 Filme in der Informationsschau und 23 in der ad hoc Information (eingereicht wurden 197 Filme aus 24 Ländern).

In der Reihe Filme des Jahres wurde Jean Marie Straubs Othon gezeigt, den Straub mit seinem Preisgeld für den Großen Preis der Stadt Mannheim 1968 produziert hatte.

Darüberhinaus: eine Reihe mit 12 Kurzfilmen des kanadischen Experimental- und Underground-Films (u.a. Arbeiten von David Rimmer) aus den Jahren 1968 - 1970.
Die Sondertagung Jugend und Film findet zum 10. Male statt.

Der Internationale Jury gehören an: 
Ralph Stephenson, Großbritannien - Peter Bokor, Ungarn - Fritz Falter, BRD - Peter W. Jansen, BRD - Boleslaw Michalek, Polen - Martin Schaub, Schweiz

 

1969

John Lennon und Yoko Ono sagen ihren Besuch in Mannheim wieder ab. Ihr Film Rape war vom Auswahlausschuss nicht für wettbewerbswürdig empfunden worden und wurde nur in der Informationsschau gezeigt.

Gezeigt werden 57 Filme, darunter 32 aus der BRD. Die Anzahl der Wettbwerbsvorstellungen wird von 11 auf 16 Programme erhöht. Darüberhinaus im Programm: Eine Retrospektive Der Junge Film Schwarzafrikas mit 15 Filmen und einem Begleitseminar; Sondertagung Jugend und Film; Round-Table-Gepräch Das Vertriebsproblem, veranstaltet vom Kuratorium Junger Deutscher Film.

Der Internationalen Jury gehören an: 
Vera Chytilova, CSSR - Peter Fleischmann, BRD - Werner Herzog, BRD - Gordon Hitchens, USA - Abacar Samb, Senegal.

1968

1968 wird der Große Preis nicht vergeben. Stattdessen wird beim Mitternachtsstammtischdiskutiert, das Preisgeld an den Vietkong zu überweisen - und zwar „für den Ankauf von Fahrrädern“. Doch entscheiden Regisseure und Kritiker „in demokratischer Abstimmung“, das Preisgeld an den Regisseur Jean Marie Straub zu geben, damit dieser einen neuen Film drehen kann. (1969 wird er mit diesen 10 000 DM den Film Othon realisieren, der auf der Mannheimer Filmwoche 1970 als einer der neun Filme des Jahres in deutscher Erstauffürung gezeigt wird.

Darüberhinaus: Eine Informationsschau mit Experimentalfilmen des Amerikaners Stan Vanderbeek, der mit seinen Kurzfilmen Wheels und Science Friction bereits 1961 bei derMannheimer Filmwoche vertreten war. Eine Retrospektive Der Neue Spanische Film; eine Sondertagung Jugend und Film; eine Podiumsdiskussion zum Thema Die ersten drei Jahre der Kuratoriumsförderung - Wie geht es weiter? mit Gerd Albrecht, Norbert Kückelmann, Ulrich Gregor. Eine Ausstellung mit Fotos von  Henri Cartier-Bresson im Mannheimer Kunstverein.

Alexander Kluges Die Artisten in der Zirkuskuppel – ratlos, Gewinner des Goldenen Löwenbei den Filmfestspielen in Venedig wird (kurz vor dem Kinostart in Deutschland) als Presse-Voraufführung gezeigt.

Gezeigt werden 47 Filme im Wettbewerb, 6 Filme in der Informationsschau, insgesamt 24 Filme aus der BRD, darunter 4 Erstlingsfilme. Im Kino Rex laufen sehenswerte, nicht aufgenommene sowie zu spät angekommene Filme

Nach Jahren des Delegiertenprinzips etabliert das Festival zum ersten Mal einen nur aus Filmprofessionellen bestehenden Auswahlausschuss. Er besteht aus dem Direktor Talmon-Gros sowie den Journalisten Manfred Delling, Hamburg, Peter W. Jansen, Baden-Baden, sowie dem Journalisten und Dozenten Ulrich Gregor, der 1971 das Internationale Forum des jungen Films der Berlinale gründet.

Der Internationalen Jury gehören an: 
André Delvaux, Belgien - Diego Galan, Spanien - Pavel Juracek, CSSR - Gian Franco Mingozzi, Italien - George Moorse, BRD - Johannes Schaaf, BRD - Istvan Szabo, Ungarn.

1967

Die am 11. Oktober 1967 beim Festival abgegebene „Mannheimer Erklärung“ richtet sich gegen das geplante Filmförderungsgesetz, mit dem - fünf Jahre nach dem „Oberhausener Manifest“ - versucht werden soll, die alten Verhältnisse wieder herzustellen. „Sechs Jahre sind seit der Oberhausener Erklärung vergangen. Die Erneuerung des deutschen Films hat bisher nicht stattgefunden. ... Die Unterzeichneten wiederholen die Oberhausener Forderung nach Erneuerung des deutschen Films. Sie wollen der beabsichtigten Übertölpelung der Öffentlichkeit entgegentreten und erklären:

1. Eine Filmwirtschaft kann auch in wirtschaftlicher Hinsicht nicht ohne Phantasie auskommen. Es gibt deshalb keinen reinen Wirtschaftsstandpunkt. 2. Die Zukunft einer Wirtschaft ist immer nur so gut wie ihr Nachwuchs.

3. Eine Wirtschaft darf kein geschlossener Club der Etablierten sein. ... Das geplante Filmförderungsgesetz fördert einseitig Großverleihe und Großproduktionen. Es diskriminiert die typischen wirtschaftlichen Erscheinungsformen von Filmkultur und Nachwuchs (‚das kleine Geld’). Wir lehnen das Gesetz in dieser Form ab." 

Zu den Erstunterzeichnern der Erklärung gehören Josef von Sternberg, Alexander Kluge, Fee Vaillant, Walter Talmon-Gros, Edgar Reitz, Norbert Kückelmann, Michael Lentz, Kurt Habernoll und Heinrich Tichawsky.

Die französische Filmzensur hat den Film Loin de Vietnam, der für das Wettbewerbsprogramm der Mannheimer Filmwoche programmiert war, die Ausfuhr verboten. Verantwortlich ist das Informationsministerium, aber nicht mehr der Minister Bourges, der 1966 den Film Die Nonne von Jacques Rivette blockierte, sondern sein Nachfolger. Loin du Vietnam ist ein Gemeinschaftswerk von Alain Resnais, William Klein, Agnès Varda, Joris Ivens, Claude Lelouch und Jean-Luc Godard, zugrunde liegt eine Idee von Chris Marker. Es geht um den Vietnamkrieg und die Solidarität mit dem vietnamesischen Volk.

Gezeigt werden 57 Filme in Wettbewerben und Informationsschau. Die Vorführung der ausjurierten Filme findet in einem Hörsaal der Universität Mannheim statt. Darüberhinaus im Programm: Eine Perspektive Neuer Deutscher Film mit 29 Filmen; eine Ausstellung Der junge deutsche Film in der Kunsthalle (realisiert von Constantin-Film); die SondertagungJugend und Film; die Vergabe der Kulturfilmprämien des Bundesinnenministeriums.

Der Internationalen Jury gehören an:
Josef von Sternberg, USA - Gianni d’Amico, Italien - Gordon Hitchens, USA - Kazimierz Kutz, Polen - Dusan Makavejev, Jugoslawien - Edgar Reitz, BRD - Hans-Rolf Strobel, BRD

1966

Gezeigt werden 14 lange und 36 kurze Filme aus insgesamt 16 Ländern. Darüberhinaus im Programm: Eine vom Verband der deutschen Filmclubs organisierte Retrospektive mit 12 Filmen von Josef von Sternberg. Der Regisseur ist als Ehrengast des Festivals anwesend.Sondertagung Jugend und Film; Vergabe der Kulturfilmprämien des Bundesinnenministeriums. 
In deutscher Erstaufführung wird  Alexander Kluges erster abendfüllender SpielfilmAbschied von Gestern gezeigt, der Gewinner des Silbernen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig 1966. 

Der Internationalen Jury gehören an:
Bernardo Bertolucci, Italien - Vatroslav Mimica, Jugoslawien - Henning Carlsen, Dänemark - Dolorés Grassian, Frankreich – Ewald Schorn CSSR - Peter Schamoni, BRD - Herbert Seggelke, BRD

1965

Gezeigt werden Filme aus 15 Ländern im Wettbewerb, darunter 39 kurze und 9 lange, außerdem 5 Titel in der Informationsschau. Darüberhinaus im Programm: RetrospektiveDer tschechoslowakische Film mit sieben Filmen ; Sondertagung Jugend und Film; Vergabe der Kulturfilmprämien des Bundesinnenministeriums.

Der Internationalen Jury gehören an: 
Basil Wright, Großbritannien - Henry Storck, Belgien - Theodor Kotulla, BRD - Lorenza Mazzetti, Italien - Haro Senft, BRD - Istvan Szabo, Ungarn - Vaclav Taborsky, CSSR

1964

Gezeigt werden 51 Filme aus 21 Ländern im Wettbewerb (in diesem Jahr findet keine Informationsschau statt). Darüberhinaus im Programm: Retrospektive Die zwölf besten Dokumentarfilme der Filmgeschichte mit Seminar; Sondertagung Jugend und Film; Verleihung der Kulturfilmprämien des Bundesinnenministeriums; Verleihung des deutschen Kinderfilm- und des deutschen Jugendfilmpreises durch das Bundesfamilienministerium 

Der Internationalen Jury gehören an: 
Fritz Lang, USA - Gian Vittorio Baldi, Italien - Roussos Condouros, Griechenland - Ulrich Gregor, BRD - Gordon Hitchens, USA - Adolph Hoffmeister, CSSR - Joris Ivens, Frankreich - Walter Krüttner, BRD - Richard Leacock, USA - Erwin Leiser, Schweiz - Edgar Morin, Frankreich - Henri Storck, Belgien - Otto Sonnenfeld, Israel - Rotislav Yurenev, UdSSR

1963

Nach dem neuen Reglement der Mannheimer Filmwoche kann der Große Preis nur an den ersten Spielfilm eines bisherigen Dokumentarregisseurs vergeben werden. 1963 gewinnt ihn Vera Chytilova mit Von etwas anderem, obwohl die Regisseurin davor nur zwei mittellange Spielfilme gedreht hatte. 

Gezeigt werden 54 kurze und 6 lange Filme im Wettbewerb, 15 kurze und 3 lange Filme in der Informationsschau. Eine Retrospektive The Off-Hollywood-Film mit 16 Filmen, (darunter Hallelujah the Hills (1963) von Adolfas Mekas, dem Bruder des New-American-Cinema-Regisseurs Jonas Mekas; eine Reihe mit Filmen der Schauspielerin Elisabeth Bergner, die 1962 den Schillerpreis der Stadt Mannheim erhält; eine Sondertagung Jugend und Film; die Vergabe der Kulturfilmprämien des Bundesinnenministeriums.

Der Internationalen Jury gehören an:
Henri Storck, Belgien - Gordon Hitchens, USA - Kazimierz Karabasz, Polen - Istvan Nemeskürthy, Ungarn - Werner Pleister, BRD - Rudolf Sremec, Jugoslawien - Reinhold E. Thiel, BRD

 

1962

Als tägliche Diskussionsforum über die Kunst des Kinos werden dieMitternachtsstammtische mit den Regisseuren des Tages eingeführt.

Gezeigt werden 75 Filme aus 20 Ländern (eingereicht waren 226 Filme aus 19 Ländern). Das Motto des Festivals lautet: Der Mensch in unserer Zeit. Stark ist vor allem die Präsenz der Filme aus Osteuropa: Jan Nemec, Hynek Bocan, Jiri Menzel kommen aus der Tschechoslowakei nach Mannheim, Jerzy Skolimowski und Krzysztof Zanussi aus Polen sowie Istvan Szabo aus Ungarn. Darüberhinaus im Programm: eine Retrospektive mit Filmen von Leopoldo Torre Nilsson; eine Sondertagung „Jugend und Film“; eine Ausstellung „Filmdekor von den Anfängen bis zur Gegenwart“ der Cinèmathéque Francaise, Paris mit Lotte Eisner als Gast; Vergabe der Kulturfilmprämien des Bundesinnenministeriums.

Im Jahr des „Oberhausener Manifests“, das mit dem erklärten Anspruch der Unterzeichner, den „neuen Deutschen Spielfilm zu schaffen“ während der Oberhausener Kurzfilmtage am 28. Februar 1962 verkündet wurde, misst die Mannheimer Filmwoche den „ersten Spielfilmen von Dokumentaristen“ jetzt die entscheidende Bedeutung zu. Acht solcher Debütfilme werden präsentiert, auch deutsche sind dabei. Ein halbes Jahr nach ihrem Manifest in Oberhausen trifft sich die „Gruppe junger deutscher Film“ in Mannheim. Sie präsentiert acht meist kürzere Filme, Kulturfilme im neuen Stil. Und sie diskutiert in der Mannheimer Kunsthalle mit dem Philosophen Theodor W. Adorno zum Thema „Forderungen an den Film“. Der gemeinsame Gegner ist „Opas Kino“, sind die Spielfilme der Altproduzenten. Das Gespräch, an dem die Regisseure Edgar Reitz, Haro Senft, Hans Strobel u.a. teilnehmen, leitet Alexander Kluge. Es geht um die Veränderung des Bewusstseins der Zuschauer, es geht um die neue Ernsthaftigkeit, den neuen Kunstanspruch des Films.

Der Internationale Jury gehören an: 
Thorold Dickinson, Großbritannien - Gideon Bachmann, USA - Raduz Cincera, CSSR - Callisto Cosulich, Italien - Hilmar Hoffmann, BRD - Hans-Dieter Roos, BRD - Joseph Rovan, Frankreich - Herbert Vesely, BRD

1961

Das Festival heißt jetzt Internationale Filmwoche Mannheim. Der Festivaltermin ist von Mai in den Oktober gelegt. Neuer künstlerischer Leiter ist der Publizist Walter Talmon-Gros (Filmjournalist, Gründer des Studios für Filmkunst in München, Generalsekretär der Gilde der Filmkunsttheater); neuer Kodirektor für Organisation und Finanzen: Hanns Meier. Außerdem fungiert der Verband der deutschen Filmclubs als neuer Mitveranstalter (eine "Vernuftehe" schrieb die Westdeutsche Allgemeine Zeitung am 24. 10. 1961.) Das erklärte Ziel des Festivals ist die "Erneuerung des Spielfilms aus dem Dokumentarfilm"(Talmon-Gros). Der neue künstlerische Leiter hat vor, neben der Verleihung der "Dukaten" auch den "Dokumentarfilm des Jahres" in Mannheim zu küren.

Gezeigt werden 119 Filme aus 18 Ländern im Wettbewerb und der Informationsschau, darunter 6 Erstlingsspielfilme von Dokumentarfilmregisseuren. Eingereicht waren mehr als 300 Titel aus insgesamt 26 Ländern.

Der  Internationale Jury gehören an: 
Gideon Bachmann, USA - Callisto Cosulich, Italien - Charles Ford, Frankreich - José Luis Hernandez Marcos, Spanien - Boleslav Michalek, Polen - Hans-Dieter Roos, BRD - Heinz Sielmann, BRD

1960

Der Internationale Filmkritikerverband FIPRESCI beschließt, in Mannheim einen Preis der internationalen Filmkritik zu vergeben. Der ersten FIPRESCI-Jury gehörten Vertreter aus acht Ländern an. Der Preis ging an den polnischen Film Unter demselben Himmel von Kurt Weber.

Der Internationalen Jury gehören an: 
Hans Reschke, BRD - Vinicio Beretta, Italien - Jerzy Bossak, Polen - Charles Ford, Frankreich - Helmut de Haas, BRD - Hilmar Hoffmann, BRD - Filippo Paolone, Italien - Paul Rotha, Großbritannien - Amos Vogel, USA - Nicolas Pillat, Frankreich.

1959

Mit 560 Filmfachleuten und Journalisten verzeichnet die Filmwoche doppelt so viele professionelle Gäste wie im Jahr zuvor.

Gezeigt werden 268 Filme aus 33 Ländern, darunter 58 deutsche Beiträge. Der Kulturfilm alter Art stirbt; es kommt unter dem Einfluss der französischen Nouvelle Vague und der durch die Gebrüder Maysles in den USA Synchronton-Kameratechnik der 16 Millimeter Kameras ermöglichten „Cinema Verité“-Ästhetik zu einer Erneuerung dokumentarischer Erzählformen.

 

Im Programm u. a. O saisons, ô châteaux der zweite kurze Dokumentarfilm der französischen Nouvelle-Vague-Regisseurin Agnés Varda und Glas des niederländischen Regisseurs Bert Haanstra, ein Klassiker des Industriefilms.

Darüber hinaus: Kinderfilmtagung mit 51 Filmen aus aller Welt unter Beteiligung der UNESCO; Industriefilmtagung mit etwa 30 Filmen; Vergabe der Kulturfilmprämien des Bundesinnenministeriums

Der Internationale Jury gehören an:
Dr. Hans Reschke, BRD - Paul Feraud, Frankreich - Carl Lochnan, Kanada - Yrjö Rannikko, Finnland - Paul Rotha, Großbritannien - Otto Sonnenfeld, Israel - Wilfried Berghahn, BRD - Hilmar Hoffmann, BRD

1958

„Die Filme, die Sie heute Abend sehen, sind der beste Beweis dafür, daß die Zeit für neue Ausdrucksformen gekommen ist,“ sagte Festivalleiter Dr. Fischer bei der Eröffnung der 7. Kultur- und Dokumentarfilmwoche. Man habe sich bemüht, einen repräsentativen Querschnitt der neuen Ära im Kulturfilm nach Mannheim zu bringen. Mit großem Applaus wurde das Programm des ersten Tages aufgenommen.

Die FIAPF, der internationale Filmproduzentenverband hat die Mannheimer Filmwoche als Wettbewerbsfestival anerkannt. Zum ersten Mal werden in Mannheim offiziell Preise des Festivals verliehen: die Mannheimer Filmdukaten, vergeben durch eine unabhängige internationale Jury.

Gezeigt werden 201 Filme aus 23 Ländern. Der Mannheimer Filmdukat wird nach einem Entwurf von Prof. Willi Seidel, Kunst- und Werkschule Pforzheim, geprägt. Wolfsangel und kurpfälzischer Löwe, die Wahrzeichen der Stadt Mannheim, auf der einen, das Auge der Filmwoche auf der anderen Seite.

Der ersten Internationalen Jury der Mannheimer Festivalgeschichte gehören an: Dr. Hans Reschke, BRD - Otto Sonnenfeld, Israel - Marcello Baldi, Italien - Emile Degelin, Belgien - René Marjac, Frankreich - Hilmar Hoffmann, BRD - Wilhelm Herrmann, BRD

1957

Fast ein Jahr lang wurde zwischen Mannheim und den 1954 gegründeten Oberhausener Kurzfilmtagen diskutiert, ob die Festivals nicht abwechselnd stattfinden sollten. Sowohl Schwierigkeiten bei der Beschaffung qualitätsvoller Kurzfilme wie das Fehlen ausreichender finanzieller Mittel waren für diese Überlegungen maßgebend. Bei der Filmclub-Jahrestagung in Bad Ems wird vereinbart, dass Oberhausen (Festivaltermin im Februar) sich mehr auf die Zuarbeit für die Volkshochschulen konzentrieren werde und Mannheim (Festivaltermin im Mai) einen eher internationalen Rahmen spannen wolle. Der Plan, Mannheim nur alle zwei Jahre durchzuführen, wird fallen gelassen, weil nicht nur die deutschen Kulturfilmproduzenten, sondern auch die Mannheimer Öffentlichkeit dagegen protestierten.

Gezeigt werden 160 Filme aus 17 Ländern. Darüberhinaus: Arbeitstagung des Vergnügungssteuer-Ausschusses der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) und Vergabe der Kulturfilmprämien des Bundesinnenministeriums in der Mannheimer Kunsthalle.

 

1956

Nachdem die Berliner Filmfestspiele im vergangenen Jahr vehement gegen dieKurpfalzvasen protestiert hatten, arrangiert man sich mit Berlin. Die Stadt Mannheim verzichtet auf ihre Preise. Stattdessen werden jetzt „Kritikerpreise der Mannheimer Presse“ (bei dem die Festivalverantwortlichen Dr. Fischer und Dr. Künzig beratend mitwirken) vergeben. In diesem Jahr geht der Kritikerpreis an Ein Sonntagmorgen in Warschau des polnischen Dokumentaristen Andrzej Munk. Auszeichnet wird auch Joris Ivens für Mein Kind.

Gezeigt werden 81 Kurzfilme aus 18 Ländern, davon 34 aus Ostblock-Staaten. Begleitend dazu finden statt: Eine Volkshochschultagung unter der Leitung des späteren Günders der Oberhausener Kurzfilmtage, Hilmar Hoffmann, eine Tagung des Arbeitskreises Jugend und Film. Das Bundesinnenministerium vergibt in der Mannheimer Kunsthalle Kulturfilmprämien im Gesamtwert von DM 200.000 an 25 deutsche Produzenten.

1955

Gezeigt werden im Hauptprogramm 160 Kultur- und Kurzfilme und der erste abendfüllende Spielfilm Nicht mehr fliehen des Österreichers Herbert Vesely. In der zentralen Handlung, eines Mordes ohne Sinn in einer Welt, in der weder Gott noch der Teufel existieren, wird der Existenzialismus Albert Camus’scher Prägung mit einer Stimmung des Pessimismus un der Ausweglosigkeit verbunden. Vesely wird später, 1962, mit Das Brot der frühen Jahre (nach der Erzählung von Heinich Böll) den ersten Film des Jungen deutschen Films realisieren.

Das Programm ergänzt eine Arbeitstagung der südwestdeutschen Filmclubs und eine Pädagogentagung über sexuelle Aufklärung durch den Film.

Den Preis der Kurpfalzvase erhalten der deutsche Tierdokumentarfilm Zimmerleute des Waldes von Heinz Sielmann (später in den 60er und 70er Jahren der „Tierfilmer“ des deutschen Fernsehens) und die französische Dokumentation Emile Zola von Jean Vidal.

Die Berliner Filmfestspiele protestieren gegen die Einrichtung des Preis der Kurpfalzvase. Man wolle kein „Cannes des Kulturfilms“ werden, hält der spätere Mannheimer Oberbürgermeister Dr. Reschke dagegen.

1954

Gezeigt werden 300 Filme aus 20 Ländern in den Kategorien Kinderfilme, Kulturfilme, Märchenfilme, Industriefilme, Werbefilme, Überseeische Kulturfilme und Psychoanalytische Filme

Das Programm wird durch Jazz-Film-Reihe ergänzt, zusammengestellt von dem Jazz-Experten Joachim Ernst Behrendt. Das Mannheimer Amerika-Haus präsentiert eine Ausstellung Männer, die den Film schaffen. Luis Trenker zeigt Liebe zum Fels und andere Bergfilme. Zum ersten Mal werden Preise eingeführt: Den Preis der Kurpfalzvase erhalten der deutsche Regisseur Hans Domnick für Der Goldene Garten und der französische Regisseur Fred Orain für Pinguine.

Ein sowjetzonaler DEFA-Film über den Wiederaufbau des Dresdner Zwingers durch die sozialistischen „Helden der Arbeit“ führt zu empörten „Zwischenrufen aus dem Publikum“ wie der Mannheimer Morgen berichtet.

1953

Die zweite Mannheimer Kultur- und Dokumentarfilmwoche steht unter dem Motto: Das Publikum von Morgen. Es gibt noch keinen offiziellen Wettbewerb. Gezeigt werden 198 Kultur- und Dokumentarfilme aus 11 Ländern, begleitet von „Informativ-Vorträgen über den guten Kulturfilm“, einer Plakatausstellung des Deutschen Instituts für Filmkunde und einer Jugendleitertagung mit 600 Teilnehmern. Ein Zuschauerpreis wird erfunden. Das Publikum der Filmwoche wählt Affenkinder des Frankfurter Zoodirektors Bernhard Grzimek zum beliebtesten Film des Festivals. Den zweiten Platz erhält Walt Disney für Saludos Amigos.

 


1952: Die erste Mannheimer Kultur- und Dokumentarfilmwoche

Am 26. Mai 1952 findet die feierliche Eröffnung der ersten Mannheimer Kultur- und Dokumentarfilmwoche statt. 
Der Besitzer der Mannheimer Alster-Lichtspiele Dr. Bernhard Künzig (er wird später auch Vorsitzender der „Gilde deutscher Filmkunsttheater“) stellt sein Kino zur Verfügung. 20.000 Besucher schauen sich in sechs Tagen Internationale Kulturfilme an. Dr. Kurt Joachim Fischer ist der Gründungsdirektor. In seiner Eröffnungsansprache begründet der Mannheimer Oberbürgermeister Dr. Hermann Heimerich, warum ihm die neue Kultur- und Dokumentarfilmwoche wichtig ist. Den „vielen kitschigen Spielfilmen“ müssen ernste Kultur- und Dokumentarfilme gegenüber gestellt werden. Das Kino sei „wie eine Volksversammlung“, spräche aber Eigenschaften und Neigungen der Menschen an, die man nicht fördern sollte. Der Kultur- und Dokumentarfilm dagegen sei fast völlig aus den deutschen Kinos verschwunden, nur die Wochenschau sei geblieben. Kultur- und Dokumentarfilme seien Filme, „die das reale Leben widerspiegeln und eine grosse belehrende Wirkung haben.“ Daher wolle man dieser Filmgattung wieder zum Durchbruch verhelfen.


Gezeigt werden Kulturfilme, Trickfilme, Wochenschauen und wissenschaftliche Filme vor allem aus Deutschland, Europa und den USA, darunter mit Len Lyes A Color Box auch ein Klassiker des "Handmade Films", der 1935 in John Griersons Filmabteilung des britischem GPO (General Post Office) produziert wurde und mit Jean Mitrys Pacific 231 (1949) ein Klassiker des „symphonischen Films“ der französischen Avantgarde, ein Montagefilm, der zur Musik von Arthur Honneger in immer schnelleren Schnittfolgen Bilder einer ausfahrenden Dampflok montiert. 


Das Filmprogramm ergänzt eine Vortragsreihe mit Filmbeispielen zu den Themen Der Kulturfilm ist nicht tot, Was verdankt der Spielfilm dem Dokumentarfilm?Der medizinische Film, Film und PsychologieFormen und Möglichkeiten der Filmpublizistik,Der wirkungsvolle WerbefilmFilmdramaturgie und Kitsch.

„Alter Humanisus auf moderner Ebene“: mit dieser Schlagzeile ettiketiert die Lokalpresse den volkspädagogischen Impetus der ganz dem Geist der alliierten „Re-education“ nach Ende des Nationalsozialismus und des zweiten Weltkriegs verpflichteten erstenMannheimer Kultur- und Dokumentarfilmwoche.

 

 

Über das Genre des Kulturfilms schrieb der deutsche Filmhistoriker, Gründer und bis 2000 Leiter des Interationalen Forum des jungen Films Berlin, Ulrich Gregor in der in der Dokumentation 30 Jahre Internationale Filmwoche Mannheim

„Ein heute obsolet gewordenes Filmgenre (im Grunde war er es damals schon), das charakterisiert wird durch eine Haltung rückwärtsgewandter Innerlichkeit, durch die Themenbereiche Natur (am liebsten Wald oder Tierwelt) oder Kunst (am besten die alte), durch die Abwendung von jeder Aktualität, durch einen wabernden, bedeutungsschweren Kommentar und durch (um es milde auszudrücken) traditionelle Stilmittel (sich drehende Statuen im Scheinwerferlicht). Der Begriff ‚Kulturfilm’, den es nur im deutschen Sprachbereich gibt, ist in seiner Falschheit bezeichnend für das Filmverständnis, wie es in den Fünziger Jahren in der Bundesrepublik herrschte, für die Auffassung, daß Film von sich aus, als Medium oder Ausdrucksform, nichts mit Kultur zu tun habe bzw. nicht ihr Teil sei, sondern daß es besonderer Themenkreise (Natur, Kunst) und einer besonders ehrfürchtigen oder kunstgewerblichen Machart bedürfe, um den Film an die Kultur anzunähern. Schon in den Fünfziger Jahren war die Auseinandersetzung um diesen Begriff eine Kardinalfrage, hier entschied sich, wo man stand, auf seiten der perpetuierten UFA-Filmkultur oder auf seiten eines neuen, der Aktualität und Aufklärung verpflichteten Kinos, das sich von der (filmischen ebenso wie gesellschaftlichen) Vergangenheit distanzierte, das es aber noch durchzusetzen galt. Mannheim scheint in seinen allerersten Jahren im Zeichen eines positiv verstandenen ‚Kulturfilm’-Ideals gestanden zu haben, vielleicht wollte man sich unter diesem Panier vom vorherrschenden Filmkommerz absetzen, so war ja die Ideologie der damaligen Filmclub-Bewegung.“

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