Die Preise des 61. Internationalen Filmfestival Mannheim Heidelberg

“NEWCOMER OF THE YEAR - Main Award of Mannheim-Heidelberg/Hauptpreis von Mannheim-Heidelberg"
FINAL WHISTLE
von Niki Karimi, Iran
Der Hauptpreisträger zeigt uns in einem hervorragenden Porträt, wie unser eigenes Leben sich ändert, wenn wir den Versuch unternehmen, ein anderes Leben zu retten. Es ist ein mutiger Film, der deutlich macht, dass niemand glücklich oder befreit sein kann, wenn ein Leben verloren geht. Als ein verzweifelter Hilferuf nach Vergebung wird uns klar, dass uns die Suche nach Vergebung menschlicher macht, als die Suche nach Rache.
It is a courageous film making clear to us that no one can be fulfilled with happiness or enjoy freedom when another life is lost. With an outstanding portrayal, the Main Award winner demonstrates to us what a life changing impact it can have on one’s life when one makes an attempt to save the life of another. Upon a desperate attempt to find absolution we realize that the quest for forgiveness makes us much more humane than the quest for revenge.
"RAINER WERNER FASSBINDER - Prize/Preis"
GOOD LUCK AND TAKE CARE OF EACH OTHER
von Jens Sjögren, Schweden
Ein Film, der uns eine feinfühlige, rein menschliche Beziehung zwischen zwei Menschen zeigt, die sich jeweils am Anfang und am Ende ihres erwachsenen Lebens befinden. Sie lassen sich gegenseitig so, wie sie sind, erkennen sich als das an, was sie tatsächlich sind; auf diese Art und Weise schaffen sie eine ganz neue Art des Zusammenseins, des Miteinander-Seins und geben sich so einen neuen Sinn, eine neue Orientierung für ihre Leben. Ein Film, der uns zeigt, dass wenn zwei Menschen Toleranz, Fantasie und Respekt in ihrem Umgang miteinander vereinen, ein tieferfüllendes Werk , ja, eine ganz neue Welt entsteht.
This film shows us a delicate and purely interpersonal relationship between two people of whom one is at the beginning of their adulthood and another at its end. They accept and acknowledge each other the way they are and hereby create a type of togetherness, a relationship that gives each of them a new meaning and orientation to their lives. This film teaches us that when two people combine tolerance, imagination and respect in their interaction, a fulfilling creation and even a new world can emerge.
SPECIAL AWARD of the Jury/Spezialpreis der Jury
Regisseur Simón Franco
für den Film „Tiempos Menos Modernos“ (Not so Modern Times)
Der Regisseur hat einen Film über die Lust am Leben geschaffen, über die Suche nach Möglichkeiten, glücklich zu sein – Frei von üblichen gesellschaftlichen Konventionen, ohne Kompromisse mit bestehenden Strukturen. Es ist ein amüsanter Film, mit langen und wunderbaren Einstellungen. Eine Geschichte über eine wahre und humorvolle menschliche Beziehung. Er hat uns gezeigt, dass das Leben gut ist, wie es ist.
This director created a film about enjoying life and striving to find happiness; a life free of societal conventions, never compromising to fit the established structures. It is an amusing film full of long wonderful images and a story of a genuine and humorous human relationship.
This film showed us that life is the way it should be.
SPECIAL MENTION/Lobende Erwähnung der Internationalen Jury
When Yesterday comes
von Hsiu Chiung Chiang, Singing Chen, Wi Ding Ho, Ko Shang Shen, Taiwan
Der Film bietet einen originellen, erfrischenden, mutigen und vor allem hoffnungsvollen Blick auf ein immer häufiger auftretendes Schicksal vieler Menschen in unserer Gesellschaft. Die Begleitung der unheilbar kranken Menschen bietet uns eine ermutigende Perspektive für unser eigenes Leben und den eigenen Umgang mit Schicksalen wie diesen.
This film offers an original, refreshing, courageous and above all hopeful perspective on the ever so common fate many people in our society suffer. Accompanying terminally ill people presents us with a new perspective of our own life and on our ways of dealing with such fate.
AUDIENCE AWARD/PUBLIKUMSPREIS
Now, Forager - A Film about Love and Fungi
von Jason Cortlund und Julia Halperin, USA/Polen 2012
FIPRESCI AWARD/PREIS
SEENELKÄIK (Mushrooming)
von Toomas Hussar, Estland
Because of the refined metaphoric representation of people lost in the woods and in the jungle of entertaining industry.
Der fipresci-Preis, der Preis der Internationalen Filmkritik, geht an Toomas Hussars "Seenelkäik" - Mushrooming für die so raffiniert ins Bild gesetzte Darstellung von Leuten, die sich im Wald verlieren und im Dschungel der Politik
PRIZE OF THE ECUMENICAL JURY/PREIS DER ÖKUMENISCHEN JURY
Die Ökumenische Jury von SIGNIS und INTERFILM beim 61. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg vergibt ihren Preis, dotiert mit 1.500.- € von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Katholischen Filmarbeit Deutschlands, an
Le Sac de Farine - The Bag of Flour
von Kadija Leclere, Belgien/Marokko
Eine junge Frau findet ihren Weg zwischen den Zumutungen und Chancen des Lebens, zwischen traditionellen Rollenzuweisungen und dem Wunsch nach Selbstbestimmung. Basierend auf autobiographischen Erfahrungen erzählt die Regisseurin mit Humor und Leidenschaft eine belgisch-marokkanische Geschichte, die auf vielfältige Weise zeigt, wie Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen können.
A young woman is finding her way between the impertinences and the chances of life, between traditional roles and the longing for self-determination. Based on an autobiographic experience, with humour and passion the director tells a Belgian-Moroccan story which shows how people can take hold of their destiny.
Die Jury verleiht außerdem eine lobende Erwähnung an:
W Sypialni - In a Bedroom
von Tomasz Wasilewski, Polen
Wie fühlt es sich an, wenn man nichts mehr fühlt? Mit virtuosem Einsatz filmischer Mittel zeigt der Regisseur eine Frau auf der Suche. Mit der lobenden Erwähnung möchte die Jury den hohen künstlerischen Wert und die moderne Autorenhandschrift dieses Films sowie die herausragende Leistung der Hauptdarstellerin würdigen.
How does it feel if you don‘t feel anything? Virtuously using cinematic means the director shows a woman on a quest of her own.
With the commendation the jury wants to recognize the high artistic quality and the author‘s modern signature, as well as the outstanding performance of the main actress.
Cinema Owners' Recommendation/Empfehlungen der Kinobetreiber
La Niña - The Girl
von David Riker, USA, Großbritannien, Mexiko 2012
Der Film zeigt die außergewöhnliche Entwicklung einer jungen Frau, die durch die Begegnung mit der kleinen Rosa, deren Mutter durch ihre Schuld ums Leben gekommen ist, sich ihrer Verantwortung für sich selbst und ihren Sohn Georgie schmerzhaft bewusst wird. Gekonnt setzt der Regisseur das Verhalten der jungen Mutter zwischen Schuldbewusstsein und Aggressivität vor dem Hintergrund des Grenzkonfliktes zwischen den USA und dem armen Mexiko in Szene.
In this story of an extraordinary development in a young woman’s life, the encounter with the young girl, Rosa, makes her painfully realize the responsibility for her and her son Georgie’s life that lies in her hands. The director skilfully layers the conflict of the young mother being caught between guilt and anger over the background of the boarder conflict between the USA and Mexico.
Now, Forager - A Film about Love and Fungi
von Jason Cortlund und Julia Halperin, USA/Polen 2012
Der Film macht Appetit nicht nur auf Pilzgerichte, sondern auch aufs Leben. Man möchte Lucien und Regina zurufen, was sie falsch machen. Aber im Leben wie bei der Pilzsuche sieht man manchmal die wahren Schätze nicht sofort. Das Seelenleben des Protagonisten wird in Verbindung gebracht mit der Welt der Pilze, dargestellt durch eindrucksvolle Bilder wohlschmeckender Arten bis hin zu urbanem Stillleben.
The film awakens an appetite not only for mushroom dishes but also for life itself. One virtually feels the need to call out to Lucien and Regina and tell them what they are doing wrong. However, in life as well as in a search for mushroom, one does not always instantly discover the true treasures. The psyche of the protagonist is collided with the world of the mushrooms, portrayed through magnificent images of delicious specimens alongside the urban still life.
Silent City
von Threes Anna, Niederlande/Luxemburg/Belgien 2012
Die Verlorenheit, in einer fremden Kultur auch nur die kleinsten Alltagsbedürfnisse erfüllt zu sehen, wird in „Silent City“ dicht und schlüssig dargestellt. Die Ernüchterung von der vermeintlichen Traumlehrstelle bei Meisterkoch Kon wird in erfrischend kühlen und gleichzeitig sinnlichen Bildern zu einer behutsam erzählten Reise zu sich selbst. Wohlweislich wird dabei auf dramatische Effekthascherei und bunt gefüllte Teller verzichtet.
Feeling lost in a foreign culture, yearning for normality and daily routine, these concepts are densely and succinctly portrayed in “Silent City.” The disillusionment of the dream job at Master Kon’s is portrayed with cool and at the same time sensual images forming into a cautiously told tale of the journey to find oneself. Intentionally one will neither find dramatic special effects nor colourful food images.
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