Filmkulturpreis Mannheim-Heidelberg |
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Er geht an Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen, die sich über Jahre hinweg kontinuierlich verdient gemacht haben um die Filmkultur in Deutschland. Unter Filmkultur wird ein Umgang mit dem Medium Film im Kino, Fernsehen und andernorts verstanden, der sowohl den künstlerischen Reichtum einer intelligenten Kinematografie zum Ausdruck bringt, wie von einer Haltung bestimmt ist, die den Zuschauer nicht nur primär als Konsumenten sieht, sondern als Kommunikationspartner ernst nimmt.
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:: Preisträger 2008
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Patinnen der Preise: Bernadette Heerwagen, Franziska Petri Jana Pallaske, Leslie Malton
Torsten Frehse und Wulf Sörgel für den Neue Visionen Filmverleih, Berlin Europäische Filmkunst, sozialkritische Filme, osteuropäische Filme, engagierte Dokumentarfilme, junges deutschsprachiges Kino, alternative Lebenswelten, Filme von Frauen, afrikanisches Kino - man könnte versuchen, das Filmprogramm des nun mehr 11 Jahre alten Verleihs so oder noch anders zu beschreiben. Uns aber hat vor allen Dingen imponiert mit welcher Konsequenz hier dem Autorenkino aus aller Welt unermüdlich immer neue Breschen geschlagen werden. In dieser Ausrichtung möchten wir Torsten Frehse und Wulf Sörgel entschieden bestärken. Filme müssen ins Kino und deswegen sind derart leidenschaftliche Verleiher für unsere Kinolandschaft vielleicht noch wichtiger als immer neue Regietalente.
Westdeutscher Rundfunk Fernsehen, Köln - Redaktion Film und Serie Ohne diese Redaktion wäre es lange nicht gelungen, in den 50er Jahren das klassisch am Theater orientierte Fernsehspiel aus diesen Fesseln zu befreien und zu öffnen auch für das, was dann in den 70er Jahren der "Neue deutsche Film" genannt wurde: von Erika Runge bis zu Rainer Werner Fassbinder, Wim Wenders, Peter Lilienthal, Edgar Reitz und vielen andern. Die Liste der Erfolge und Innovationen ist lang und liest sie wie ein Führer durch die Geschichte des deutschen Nachkriegsfilms. Deshalb nur noch einige Filmtitel aus jüngster Zeit: Alles auf Zucker von Daniel Levy, Knallhart von Detlev Buck, Good Bye Lenin von Wolfgang Becker, Dominik Grafs Das Gelübde oder Heinrich Breloers Buddenbrooks-Verfilmung, die Weihnachten im Kino sein wird. Außerdem aber hat diese Redaktion auch das Fernsehspiel Serienprogramm im deutschen Fernsehen positiv verändert und mit der Darstellung der sozialen Realitäten der Republik auf neue Weise erobert - mit Formaten wie der Lindenstraße oder dem Tatort, den sich als Sendereihe der ARD der damalige Redaktionsleiter Gunther Witte ausgedacht hat. Der jetzige Leiter der Redaktion Film und Serie des WDR ist Prof. Gebhard Henke.
Peter Rommel, Filmproduzent Rommel kannte die Studentenfilme des jungen Regisseurs Andreas Dresen und glaubte an seinen Erfolg. Nachtgestalten wurde in den Wettbewerb der Berlinale eingeladen und gewann den Silbernen sowie den Deutschen Filmpreis in Silber. Dafür gab es 300 000 Euro. Das nächste gemeinsame Projekt hieß Halbe Treppe und wurde ein großer Erfolg. Und das jüngste Beispiel dieses freundschaftlich verbundenen Duetts landete bei den Filmfestspielen von Cannes - der gewagte Film über die Liebe im Alter Wolke 9. Natürlich hat Peter Rommel auch andere Filme produziert, Sie haben Knut von Stefan Krohmer zum Beispiel oder Sehnsucht von Valeska Grisebach. Vor allem ist dieser Peter Rommel eines: einer mit Charakter. Und das ist nun alles andere als selbstverständlich im deutschen Film. Eine Bereitschaft zu komplizierten Stoffen zeichnet ihn aus, man kann auch sagen: der Verzicht auf Seichtes, mit dem sich allemal viel leichter und gründlicher Geld verdienen lässt. Peter Rommel ist mit einem Wort ein Filmproduzent, wie man ihn sich wünscht.
ZDF Mainz - Redaktion Das Kleine Fernsehspiel Beim Kleinen Fernsehspiel wird entdeckt. Nichts als unbekannte Regisseure. Jedenfalls anfangs. Christian Petzold, Fatih Akin, Oscar Roehler, zum Beispiel. Oder früher Rainer Werner Fassbinder, Alexander Kluge oder Helke Sander. Um solche Talente zu entdecken, braucht man eine Nase, ein Gefühl auch für die Zeit, in der man lebt. Dem Gründungsvater Eckhardt Stein muss man noch mal ein Denkmal meißeln. Bis 2000 hat er diese Redaktion geleitet. Dann übernahm Heike Hempel diesen ein bisschen auch "geschützten Raum für Filmtalente". Seit dem 1. Januar dieses Jahres hat Claudia Tronnier die Leitung dieser traditionsreichen Redaktion übernommen. Entscheidend bleibt, dass diese Redaktion nicht damit aufhört, immer wieder neu anzufangen, immer wieder neue Talente zu entdecken, ihnen Luft und Raum zu geben, immer neue filmische Innovationen zu wagen, sei es im Dokumentarischen oder im Spielfilmbereich - oder bei den Mischformen, an denen es auch nie mangelt. Jährlich über 20 Neuproduktionen entstehen in dieser Nische des ZDF. Nur wenige Fernsehredaktionen in Deutschland tun damit so viel für die Innovation der Filmkunst wie dieses Kleine Fernsehspiel des ZDF.
Vision Kino, Das Netzwerk für Film- und Medienkompetenz Das Projekt Vision Kino mit Geschäftsführerin Sara Duve sieht sich als Teil kultureller Jugendbildung und will die Filmkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken und sie dabei gleichzeitig, wie es heißt, für "den Kulturort und originären Rezeptionsort des Films, das Kino" sensibilisieren. Schirmherr ist der Bundespräsident. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln der Bundesregierung und der FFA, der Selbstorganisation der Kinos in Deutschland. Getragen wird es außerdem vom Medienboard Berlin-Brandenburg und der Stiftung Deutsche Kinemathek. Eine echte "Public-Private-Partnership" für die Zukunft des Kinos, und zwar direkt an der Quelle: dort, wo bei den Kleinen entweder ein Wunsch nach Kino entsteht, basierend auf der Erfahrung und dem Wissen um Film, oder vielleicht nie mehr.
SWR Fernsehen - Redaktion Debüt im Dritten |
